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Olympische Spiele Wachstumsmotor für die britische Wirtschaft

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Die Zukunft des Stadions

Kinder in Stratford Quelle: dpa

„20 000“, sagt Sir Robin, „das ist die Zahl der arbeitslosen Bürger von Newham, die einen Arbeitsplatz finden müssten, damit wir aufs selbe Niveau kommen wie der Londoner Durchschnitt.“ Nach Angaben der für den Bau zuständigen Olympic Delivery Authority wurden zwar 25 Prozent der Bauarbeiter für den Olympia Park aus den benachbarten Vierteln Newham, Tower Hamlets, Barking and Dagenham, Hackney und Greenwich rekrutiert, doch weil es in England kein Meldegesetz gibt, ist unklar, wie viele davon Osteuropäer waren, die ihren Wohnsitz kurzfristig dorthin verlegten.

Glitzer trotz Krise

Um die Chancen der Arbeitslosen von Newham zu verbessern, hat der Bürgermeister Workplace gegründet, eine Art kommunaler Arbeitsvermittlung. In deren Eingangshalle sitzt Hulya El-Asla hinter ihrem PC und wartet auf Kundschaft. Sie hat ihre Haare unter einem Kopftuch versteckt, lächelt zuvorkommend und erzählt bereitwillig von den vielen Hürden, die ihre Klienten überwinden müssen: „Viele sprechen kaum Englisch, können nicht gut lesen und schreiben, leben zu Hause mit einem gewalttätigen Partner, haben psychische Probleme, eine kriminelle Vorgeschichte oder schlichtweg keine Ahnung, wie sie sich bewerben sollen.“

Ein Lichtblick wenigstens ist das Einkaufszentrum Westfield Stratford City. Etwa 2000 der rund 8000 Beschäftigten stammen aus Newham, und beim Bau des rund 1,8-Milliarden-Pfund-Projekts wurden rund zwölf Prozent der 25 000 Bauarbeiter aus der Gemeinde angeheuert.

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    Dennoch wirkt die glitzernde Shoppingmall mit ihren 250 Läden,70 Restaurants, drei Hotels und Aspers, dem größten und rund um die Uhr geöffneten Kasino Großbritanniens, in Newham irgendwie deplatziert. Doch noch läuft es gut – trotz Krise: In der ersten Woche nach der Eröffnung im September kamen eine Million Besucher. Im November flog sogar Teenager-Idol Justin Bieber per Hubschrauber ein, allerdings nicht zum Einkaufen, sondern um die Weihnachtsbeleuchtung anzuschalten.

    Nach den Spielen

    Auch die Ankündigung des renommierten University College London, es wolle vielleicht einen neuen Campus in Newham errichten, gilt als Zeichen dafür, wie weit es das ehemalige Armenviertel schon gebracht hat. Allerdings stehen über dem ehrgeizigen Projekt auch noch viele Fragezeichen. Was langfristig mit dem Olympiastadion geschehen soll, ist unklar. Auch für das Pressezentrum konnte bisher noch kein Interessent gefunden werden. Die eigentliche Herausforderung, das ist klar, wird kommen, wenn die Olympischen Spiele vorüber sind. Schon jetzt beklagt sich Sir Robin bitter, dass ihm Premier Cameron 75 Millionen Pfund an öffentlichen Zuschüssen gestrichen hat. „Natürlich sind die Olympischen Spiele nicht genug, um auf Dauer die Regeneration von Ostlondon zu gewährleisten. Aber ohne die Spiele hätte es wahrscheinlich 40 und nicht fünf Jahre gebraucht, um diese Milliardenbeträge lockerzumachen“, sagt Professor Tony Travers von der London School of Economics.

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