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Parlamentswahlen Islands Wähler strafen Sparkurs ab

Nach den Wahlen in Island wollen zwei Mitterechts-Parteien die bisherige Regierung der Sozialdemokratin Jóhanna Sigurdardóttir ablösen. Damit erteilten die Wähler ihrem Sparkurs eine Absage.

Der voraussichtlich neue Ministerpräsident Bjarni Benediktsson (43) von der konservativen Unabhängigkeitspartei und Sigmundur David Gunlaugsson (38) von der liberalen Fortschrittspartei erklärten am Sonntag in Reykjavik ihre Bereitschaft zu Koalitionsverhandlungen. Quelle: AP

Island steht nach der Parlamentswahl vor einem Machtwechsel. Nach Auszählung von zwei Drittel der Stimmen lagen die Mitte-Rechts-Parteien am Sonntagmorgen deutlich vor den regierenden Sozialdemokraten. Stärkste Kraft wurde demnach die Unabhängigkeitspartei mit 26,5 Prozent. Damit hat ihr Vorsitzender Bjarni Benediktsson die besten Aussichten, Ministerpräsident zu werden. Regierungschefin Johanna Sigurdardottir, die das Land nach der Finanzkrise und dem Bankenkollaps vor rund fünf Jahren wieder stabilisierte, erlitt dagegen eine herbe Niederlage. Vor allem ihrem Sparkurs und dem Streben nach einem EU-Beitritt erteilten die Wähler eine Absage.

Die Unabhängigkeitspartei von Benediktsson dürfte wohl mit der Fortschrittspartei eine Koalition bilden. Den vorläufigen Zahlen zufolge kommen beide zusammen auf 48,5 Prozent und damit auf 37 der 63 Abgeordnetensitze. Beide waren bis zur isländischen Finanzkrise 2008 nahezu 30 Jahre lang in der Regierung gewesen, häufig in gemeinsamen Koalitionen. Die Fortschrittspartei kommt auf 22 Prozent, die Sozialdemokraten auf lediglich 13,5 Prozent und neun Sitze im Parlament.

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