Polen Nächtliche Aktion in Nato-Spionageabwehrzentrum

Polens nationalkonservative Regierung hat den Leiter des Nato-Kompetenzzentrums für Spionageabwehr in Warschau ausgewechselt. Grund sei ein Verdacht auf Spionage.

Der Eingang zum Nato-Kompetenzzentrums für Spionageabwehr Quelle: dpa

Die nationalkonservative Regierung in Polen hat in einer nächtlichen Aktion den Leiter eines neuen Nato-Kompetenzzentrums für Spionageabwehr in Warschau ausgewechselt. Hochrangige Beamte des Verteidigungsministeriums hätten gegen 1.30 Uhr morgens in Begleitung von Militärpolizisten versucht, in die Einrichtung einzudringen, berichtete die Agentur PAP.

Als Grund für den Einsatz gab ein Sprecher des Ministeriums an, eine Reihe von Mitarbeitern des Zentrums habe sich einer Versetzungsorder widersetzt. Der Sender TVP Info berichtete indes unter Berufung auf ungenannte Quellen, es gebe einen Verdacht auf Spionage für die USA.

Ex-Präsident Bronislaw Komorowski von der oppositionellen Bürgerplattform (PO) äußerte im Sender TOK FM „Verwunderung und Beunruhigung“ über die nächtliche Aktion.

Die Regierung der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) stand zuletzt vermehrt in der Kritik, weil sie zahlreiche Spitzenposten in Verwaltung und Staatsbetrieben neu besetzt. Das Nato-Spionageabwehrzentrum wird unter Führung von Polen und der Slowakei errichtet, aber auch Deutschland ist an dem Projekt beteiligt.

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