WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Polens Präsident Andrzej Duda in Berlin Joachim Gauck fordert verbindliche Quoten für Flüchtlinge

Bei seinem Treffen mit dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda hat Bundespräsident Joachim Gauck verbindliche Quoten für Flüchtlinge gefordert. Polen lehnt eine solche Quote bisher ab.

Polens Präsident Andrzej Duda und Bundespräsident Joachim Gauck Quelle: dpa

Bundespräsident Joachim Gauck hat bei einem Treffen mit dem neuen polnischen Präsidenten Andrzej Duda verbindliche Vereinbarungen für die Aufnahme von Flüchtlingen in Europa gefordert. Die Menschen, die Schutz suchen, dürften nicht nur das Problem einzelner Staaten sein, sagte Gauck am Freitag in Berlin. Polen und andere EU-Länder lehnen eine verbindliche Quote für die Aufnahme von Flüchtlingen bisher ab.

Gauck und Duda betonten ihren Willen, das enge und freundschaftliche Verhältnis zwischen Deutschland und Polen weiter auszubauen. Duda sprach von einer „strategischen“ Beziehung. Gemeinsam äußerten die Präsidenten „tiefe Bestürzung“ über die Flüchtlingstragödie mit 71 Toten in Österreich. „Wir würden uns freuen, wenn sich Europa noch stärker zu einer gemeinsamen Flüchtlingspolitik durchringen könnte“, sagte Gauck.

Tausende Flüchtlinge erreichen Österreich
4./5. September, WienSie haben Tausende Kilometer hinter sich. In Ungarn schien Endstation. Doch nach Zusagen aus Österreich und Deutschland haben sich tausende Flüchtlinge auf dem Weg gemacht und am Samstagmorgen die österreichische Grenze erreicht. Die erschöpften Migranten wurden von den ungarischen Behörden mit Bussen zur Grenze gebracht, überquerten sie zu Fuß und wurden auf der österreichischen Seite von Helfern mit Wasser und Nahrungsmitteln empfangen. Nach Polizeiangaben kamen bis zum Morgen etwa 4000 Menschen an. Die Zahl könne sich aber im Laufe des Tages mehr als verdoppeln. Quelle: dpa
Ein Flüchtlingslager in Ungarn Quelle: REUTERS
Flüchtlinge in einem Zug im ungarischen Bicske Quelle: AP
Ein Flüchtling schaut aus einem Zug im Bahnhof Keleti in Budapest Quelle: dpa
3. September, Bodrum in der TürkeiFotos eines ertrunkenen Flüchtlingskindes haben in den sozialen Netzwerken große Betroffenheit ausgelöst. Eine an einem Strand im türkischen Bodrum entstandene Aufnahme zeigt den angespülten leblosen Körper des Jungen halb im Wasser liegend. Unter dem Hashtag „ #KiyiyaVuranInsanlik“ kursieren die Fotos auf Twitter. „Wenn dieses Bild die Welt nicht verändert, haben wir alle versagt“, schrieb eine Nutzerin. Der Junge gehörte einem Bericht der britischen Zeitung „The Guardian“ zufolge zu einer Gruppe von mindestens zwölf syrischen Flüchtlingen, die am Mittwoch vor der türkischen Küste ertrunken waren. Unseren Kommentar zum Thema, warum man das Bild nicht zeigen darf, finden Sie hier.
Flüchtlinge sind in Budapest am Bahnhof gestrandet Quelle: REUTERS
Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Quelle: dpa

Der nationalkonservative polnische Präsident, der zu seinem Antrittsbesuch in Berlin war, forderte eine effektivere Bekämpfung von Flüchtlingsursachen in den Herkunftsländern sowie der kriminellen Schlepperbanden. Die geringe Aufnahme von Asylbewerbern etwa aus Syrien in seinem Land begründete er mit dem Zustrom „Tausender“ Flüchtlinge aus der Ukraine nach Polen. Bei einer Eskalation des Konflikts dort sei mit einer großen Zahl weiterer Flüchtlinge zu rechnen.

Am Nachmittag traf Duda mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen. Vor seinem Besuch in Berlin hatte er die Forderung nach einer stärkeren Präsenz der Nato in Osteuropa wegen des Ukraine-Konflikts bekräftigt. Duda hatte im Mai die Präsidentenwahl in Polen gegen den Liberalkonservativen Bronislaw Komorowski gewonnen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%