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Präsidentschaftswahlen Hollande führt in den Umfragen

Nach Wählernachfragen liegt der sozialistische Kandidat François Hollande klar vor den Amtsinhaber Nicolas Sarkozy. In den Überseegebieten hat sich Hollande schon durchgesetzt. Mit endgültigen Ergebnissen ist ab 20:00 Uhr zu rechnen.

Der sozialistische Kandidat François Hollande in seinem Wagen, nachdem er seine Wahlstimme abgegeben hat. Quelle: REUTERS

Der Sozialist François Hollande hat im Rennen um den Élysée-Palast laut ersten Wählernachfragen die Nase klar vor Amtsinhaber Nicolas Sarkozy: In Erhebungen von drei großen Instituten, über die der belgische Rundfunk RTBF am frühen Nachmittag auf seiner Internetseite berichtete, lag Hollande bei 52,5 bis 53 Prozent und damit fünf bis sechs Punkte in Führung.

Weil die Wahllokale in den Metropolen erst um 20.00 Uhr schließen, sind die Zahlen mit Vorsicht zu genießen. Die Tendenz bestätigt aber letzte Umfragewerte vor der Wahl, die Hollande mit vier bis acht Punkten vorne sahen. In Frankreich dürfen Hochrechnungen erst um 20.00 Uhr veröffentlicht werden. In zahlreichen Überseegebieten, wo schon am Samstag abgestimmt worden war, hat sich der Sozialist schon durchgesetzt.

Schuldenturbo statt Schuldenbremse
Sarkozy Hollande Kombo Quelle: dpa
Schulden leere Taschen Quelle: dpa
Die Pläne von Nicolas Sarkozy:1. Einsparungen: Sarkozy will vor allem die Staatsquote senken, die in Frankreich eine Rekordhöhe von 55,9 Prozent des BIP erreicht – in Deutschland liegt sie bei 46,6 Prozent. Dafür verabschiedete er schon während seiner Amtszeit ein Programm, das die Anzahl der Beamten reduzieren soll. Nur jeder zweite Beamte, der in Rente geht wird durch einen neuen ersetzt. Insgesamt will Sarkozy bis 2016 75 Milliarden Euro bei den Staatsausgaben sparen. 2. Steuererhöhungen: Unter anderem sollen französische Unternehmen auch für ihre Gewinne im Ausland Abgaben bezahlen. Auch eine Finanztransaktionssteuer ist geplant. Insgesamt will Sarkozy die Steuereinnahmen um 40 Milliarden Euro erhöhen. Quelle: dapd
Francois Hollande lässt sich bejubeln Quelle: REUTERS
Ausverkauf Sonderangebot Schaufenster Quelle: dpa
Die Pläne von Nicolas Sarkozy:Ganz vorne auf seiner Agenda steht die Senkung der Sozialabgaben für Unternehmer. Das will er durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer erreichen. Die Zusatzeinnahmen fließen in die Sozialkassen, dafür werden die Arbeitgeber entlastet. Außerdem will Sarkozy eine Investitionsbank gründen, die Kredite an Unternehmen vergibt. Um Innovation zu fördern, können Unternehmen außerdem die Ausgaben für Forschung und Entwicklung von der Steuer absetzen. Nach deutschem Vorbild will Sarkozy zudem die Möglichkeit für Einzeltarifverträge in den Unternehmen schaffen. Die Angestellten können so länger oder kürzer als die staatlich festgelegten 35 Stunden arbeiten. Einfacher wäre es, die 35-Stunden-Woche gleich ganz abzuschaffen. Doch das wagt Sarkozy nicht. Quelle: dpa
Francois Hollande schwenkt Frankreich-Fahne Quelle: REUTERS

Nach einer Meldung von RTBF gewann er in Saint-Pierre und Miquelon mit rund 65 zu 35 Prozent, auf Martinique mit 68 zu 32, auf Guadeloupe mit 72 zu 28, in Französisch-Guyana mit 62 zu 38 und auf Saint Martin mit 51,5 zu 48,5 Prozent. Nur auf Saint-Barthélémy lag er mit 17 zu 83 Prozent klar hinter Sarkozy. Der erzielte auf vielen Inseln ein schlechteres Resultat als 2007.

„Notwendig ist ein schönes Mandat“

Hollande kann damit hoffen, den Élysée-Palast nach 17 Jahren in der Hand der Gaullisten für die Sozialisten zurückzuerobern. Er würde nach François Mitterand erst der zweite linke Präsident der Fünften Republik. Der Favorit hatte am späten Vormittag im zentralfranzösischen Tulle seine Stimme abgegeben. „Notwendig ist ein schönes Mandat. Notwendig ist, dass die Sammlung gelingt“, sagte er der Nachrichtenagentur AP. „Aber es wird ein langer Tag.“ Der frühere Chef der PS will den Reformkurs Sarkozys bremsen und mit neuen Ausgaben Wachstum schaffen. Amtsinhaber Sarkozy gab im 16. Pariser Arrondissement seine Stimme ab, in Begleitung seiner Frau Carla Bruni. Er hatte im Wahlkampf eine Fortführung seiner Reformen angekündigt und mit EU-skeptischen Tönen und der Drohung, die Grenzen zu schließen, um Wähler am rechten Rand gebuhlt. „Würde er gewinnen, gäbe es einen starken sozialen Schock“, sagte Jean-Luc Mélenchon, in der ersten Runde ausgeschiedener Kandidat der Linksfront, bei seiner Stimmabgabe in Paris.

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