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Prorussische Separatisten Hohe Beteiligung an Referendum

Allen Warnungen zum Trotz ziehen die Separatisten in der Ostukraine ihre Volksbefragung für eine Abspaltung durch. Kiew spricht von einer Kampagne von Kriminellen, Russland drohen neue Sanktionen.

Bewohner der Ostukraine stimmen über das Referendum ab. Quelle: REUTERS

Ungeachtet aller internationalen Bedenken lassen die prorussischen Separatisten in der Ostukraine seit dem Morgen über eine Abspaltung der Region vom Rest des Landes abstimmen. „Die Wahlbeteiligung ist nicht nur hoch, sondern überwältigend“, sagte am Sonntag der Wahlleiter der selbst ernannten Volksrepublik Donezk, Roman Ljagin.

Aus der angrenzenden „Volksrepublik Lugansk“ hieß es, bis zum Mittag hätten sich bereits zwei Drittel der Wähler am Referendum beteiligt. Internationale Beobachter sind zu der Abstimmung nicht angereist.

Die Zentralregierung in Kiew erklärte, in weiten Teilen der russisch geprägten Region, in der rund 6,5 Millionen Menschen leben, finde gar keine Abstimmung statt. Präsidialamtschef Sergej Paschinski sprach von einer Kampagne von Kriminellen. „Das ist nichts anderes als eine Informationskampagne, um Verbrechen zu vertuschen“, sagte er am Sonntag in Kiew. Der „Anti-Terror-Einsatz“ in Slawjansk, Kramatorsk und Krasny Liman im Gebiet Donezk gehe in die Endphase.

Nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ sollen Hunderte Söldner einer US-Söldnerfirma, die im Irakkrieg schwere Gräueltaten begangen haben soll, an der Seite von Regierungstruppen in der Ostukraine im Einsatz sein. Die schwer bewaffneten Männer der Firma Academi hätten Guerillaeinsätze im Gebiet der abtrünnigen Stadt Lugansk. Die Zeitung beruft sich auf Informationen des Bundesnachrichtendienstes (BND), der sich selbst nicht zu dem Bericht äußern wollte.

Fotos aus der Gebietshauptstadt Donezk zeigten am Sonntag lange Schlangen vor Wahllokalen. Einwohner warfen ihre Stimmzettel in durchsichtige Urnen, auf die die schwarz-blau-rote Flagge der „Volksrepublik“ geklebt war. In der Separatisten-Hochburg Slawjansk und im Raum Krasny Liman soll es Berichten zufolge auch am Sonntag zu Gefechten gekommen sein. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Mit den Referenden wollen die moskautreuen Kräfte die Bewohner über eine Eigenständigkeit der selbst ernannten Volksrepubliken entscheiden lassen. Ein Anschluss an Russland nach dem Vorbild der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim ist zunächst nicht geplant. Die Abstimmung soll bis 22.00 Uhr Ortszeit (21.00 Uhr MESZ) laufen, ein Ergebnis in der Nacht zum Montag mitgeteilt werden.

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