Ratingagentur Standard & Poor's zweifelt an der Eurozone

Die Ratingagentur Standard & Poor’s überprüft das Top-Rating Deutschlands und weiterer Euro-Staaten. Eine Herabstufung droht. Der Grund: S&P zweifelt an der Reformfähigkeit der Eurozone.

Wie stabil ist der Euro - und wie ernst ist es der Eurozone mit ihren Reformvorhaben? Die Ratingagentur Standard & Poor's hat Zweifel, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy mit ihren Reformplänen durchsetzen können. Quelle: dapd

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat eine Überprüfung der Kreditwürdigkeit von Deutschland und Frankreich sowie weiterer 13 Staaten der europäischen Währungsunion angekündigt. Die systemischen Belastungen der Euro-Staaten hätten in den vergangenen Wochen ein Ausmaß erreicht, das erheblichen Druck auf die Bonität der Eurozone als Ganze ausübe, erklärte Standard & Poor's am Montagabend nach Börsenschluss in New York.

Bei einer Neubewertung könnten Euroland eine Herabstufung und damit höhere Zinsen drohen. Der Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, sagte am Dienstag im Deutschlandfunk, die Ankündigung sei „wie ein Keulenschlag“. Der Schritt sei völlig überzogen und komme zur Unzeit. Die Eurozone verstärke gerade ihre Sparbemühungen. „Beunruhigt bin ich nicht, erstaunt schon“, fügte Juncker hinzu. Dass die Agentur kurz vor dem EU-Gipfel Ende der Woche „aus blauem Himmel“ vorpresche, könne kein Zufall sein.

Die Maßnahmen der Notenbanken gegen die Krise

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat betont gelassen auf die Ankündigung der Ratingagentur Standard & Poor's reagiert. „Was eine Ratingagentur macht, das ist in der Verantwortung der Ratingagentur“, sagte sie in einer Pressekonferenz mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai in Berlin. „Wir werden am Donnerstag und Freitag die Entscheidungen treffen, die wir für die Euro-Zone für wichtig und unabdingbar halten und damit einen Beitrag zur Stabilisierung der Euro-Zone leisten“, sagte Merkel mit Blick auf den EU-Gipfel. Sie habe immer gesagt, dass dies ein längerer Weg sein werde. „Dieser Weg ist jetzt vorgezeichnet, auch gestern durch das Treffen mit dem französischen Präsidenten. Und auf diesem Weg werden wir weiter voranschreiten“, sagte Merkel.

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