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Ratingagentur Standard & Poor's zweifelt an der Eurozone

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Zweifel an "Merkozy"

„Beunruhigt bin ich nicht, erstaunt schon.“ Der Chef der Eurogruppe Jean-Claude Juncker hat wenig Verständnis für die Bonitätsüberprüfung der Eurostaaten. Quelle: dapd

Standard & Poor's zeigte sich skeptisch, ob die Euro-Staaten sich tatsächlich auf weitere Maßnahmen zur Beilegung der Schuldenkrise einigen können. Die Ratingagentur registrierte „anhaltende Meinungsverschiedenheiten unter europäischen Politikern, wie der Krise begegnet werden soll“. Außerdem bestehe keine Einigkeit darüber, „wie langfristig mehr ökonomische, finanzielle und steuerliche Konvergenz unter den Mitgliedern der Eurozone hergestellt werden kann“, hieß es in der Beurteilung von Standard & Poor's. Als weiteren Grund nannte die Agentur ein erhöhtes Rezessionsrisiko.

Wie es mit dem Euro weitergeht

Auch weitere Wirtschaftsexperten stellten die Fähigkeit der Eurozone infrage, eine laxe Ausgabenpolitik ihre Mitglieder künftig zu unterbinden „Wenn du es nur entschieden und häufig genug sagst, glauben es die Leute vielleicht“, sagte Guy LeBas vom Finanzdienstleiter Janney Montgomery Scott. „Im Moment aber glauben die Märkte ,Merkozy' nach meiner Einschätzung noch nicht.“ Zuvor hatten Merkel und Sarkozy ihre Pläne für eine Stärkung der Währungsunion vorgestellt.

Die Ratifizierung neuer Verträge allerdings würde nach Einschätzung des Verfassungsrechtlers Piotr Maciej Kaczynski vom Center for European Policy Studies in Brüssel mindestens 18 Monate dauern. „Das ist viel länger, als die Märkte zu warten bereit sind“, sagte Kaczynski. Falls der EU-Gipfel am Ende der Woche die nötigen Beschlüsse fasse, könnten die Vertragsänderungen „bis März unter Dach und Fach sein“, sagte Juncker. Er begrüßte die deutsch-französischen Pläne. Automatische Strafen für Defizitsünder, die Schonung von Banken und das vorgezogene Aufspannen des dauerhaften Rettungsschirms ESM seien „in hohem Maße vernünftig“.

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