Ratingagenturen Warum Finnland sein Rating behalten darf

Moodys hat den Ausblick für Deutschlands Bewertung auf negativ gesenkt. Selbst Luxemburg und die Niederlande stehen im Fokus der Ratingagenturen. Warum ausgerechnet Finnland sein Triple A-Rating behalten darf.

A Finnish flag flies in the wind as Tanja Poutiainen of Finland skies towards Quelle: dpa

Finnland könnte als einziger Euro-Staat die höchste Bonitätsnote AAA behalten. Die Ratingagentur Moody's droht Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg mit dem Verlust des begehrten Triple-A. Finnland wurde jedoch ausdrücklich ausgenommen, der Ausblick als "stabil" bestätigt, womit die Spitzennote mittelfristig gesichert ist.

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Zu verdanken haben das die Nordeuropäer ihrem kleinen und auf den Heimatmarkt fokussierten Bankensystem. Von ihm gingen nur geringe Risiken für den Staatshaushalt aus, hebt Moody's hervor. Als weiteren Pluspunkt nennt die Agentur die erfolgreichen Bemühungen der Regierung, ihre durch die Beteiligung an den Euro-Rettungspaketen eingegangenen Risiken zu begrenzen. Spanien musste Finnland im Gegenzug Sicherheiten im Wert von bis zu 770 Millionen Euro zusagen. Diese Summe entspricht etwa 40 Prozent des finnischen Anteils am 100-Milliarden-Euro großen Paket zur Rettung der spanischen Banken. Ähnlich war Finnland zuvor mit Griechenland verfahren. Kommt es zum Zahlungsausfall, erhalten die Nordeuropäer zumindest einen Teil ihres Geldes zurück.

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Verdient haben sich die Finnen ihr AAA aber auch durch eine solide Finanzpolitik. Sie haben noch nie die in den EU-Verträgen festgelegte Defizitgrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts überschritten - im Unterschied etwa zu Deutschland, das einst die Einführung dieser Hürde durchsetzte. Zudem ist die Staatsverschuldung Finnlands vergleichsweise gering: Sie liegt bei 50 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung, in Deutschland bei mehr als 80 Prozent. Finnland kommt auch zugute, dass die Exportwirtschaft weit weniger stark von der Euro-Zone abhängig ist als etwa die deutsche. Aus Finnland gehen nur rund ein Drittel der Ausfuhren in die anderen Staaten der Währungsunion, während Deutschland mehr als 40 Prozent seines Exportumsatzes in den anderen Euroländern macht.

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