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Rendite Anleger wetten gegen Portugal

Niemand vertraut Portugal: Die Zinsen Kreditausfallversicherungen und die Renditen steigen. Weitere Privatisierungen sollen helfen.

Welche EU-Länder sich Geld besorgen
das Colosseum in Rom Quelle: AP
Atomium in Brüssel Quelle: REUTERS
Passanten vor dem Brandenburger Tor in Berlin Quelle: dpa
Ein Stierkämpfer in der Arena Quelle: dpa
Unter blauem Himmel ragt der Eiffelturm in Paris aus dem Boden Quelle: dpa
Regenschirme in den Farben der italienischen Flagge Quelle: dapd
Eurozeichen vor der spanischen Flagge Quelle: dapd

Portugals Schuldenquote liegt laut IWF 2012 bei 112 Prozent des Bruttoinlandprodukts, die von Griechenland bei 189 Prozent. Damit rangiert Portugal in der Rangliste der Pleite-Länder direkt hinter den Hellenen. Die Ausfallwahrscheinlichkeit liegt bei 72 Prozent. Die Investoren an den Anleihemärkten fürchten, dass der griechische Schuldenschnitt als Blaupause für das ebenfalls stark überschuldete Portugal dienen könnte und sie hier ebenfalls viel Geld verlieren könnten.

Prämie von 15 Prozent

Portugiesische Staatsanleihen werden deshalb verkauft. Weil es wenig Nachfrage gibt, fallen die Kurse und die Renditen steigen im Gegenzug. Die Rendite auf zehnjährige portugiesische Staatsanleihen beträgt derzeit mehr als 16 Prozent. Das ist der Höchststand seit der Einführung des Euros - so viel Zinsen könnte Portugal für neue Bonds niemals zahlen. Ablesen lässt sich die Dramatik auch an den Prämien der Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS). Mit den CDS sichern sich Investoren gegen den Ausfall von Staatsschulden ab. Eine Forderung gegen Portugal von einer Million Euro über fünf Jahre abzusichern, kostet aktuell mehr als 15 Prozent Prämie pro Jahr. Bei Deutschland dagegen liegt die Prämie deutlich unter einem Prozent.

Portugals Premier Passos Coelho Quelle: REUTERS

Um wieder Geld in die Kassen zu spülen, plant die portugiesische Regierung eine weitere Privatisierungswelle: Nach dem Verkauf der staatlichen Anteile an den Konzernen REN-Redes Energeticas Nacionais SA und Galp Energia SGPS SA soll der Ausverkauf in die zweite Runde gehen. Um die Bedingungen für das 78 Milliarden Euro schwere Rettungspaket zu erfüllen, muss Portugal insgesamt sieben Prozent an Galp und bis zu 40 Prozent an REN verkaufen.

Mit Material von dpa

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