Reparation Welche Ansprüche hat Griechenland nach der Nazi-Besetzung?

Die Forderungen aus Athen sind nicht so unberechtigt wie von der Bundesregierung dargestellt. Bisher allerdings kaum bekannt: Von den tatsächlich bezahlten Reparationen kam nach dem Zweiten Weltkrieg kaum etwas an.

Diese Akteure entscheiden den Griechenland-Poker
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Es geht um richtig viel Geld: Der griechische Premierminister Alexis Tsipras fordert von Deutschland Entschädigung für die Besatzung im Zweiten Weltkrieg, die sich nach einem Gutachten des griechischen Rechnungshofes auf bis zu 332 Milliarden Euro belaufen könnten.

Die Bundesregierung will auf diese Forderung nicht eingehen und bezeichnet die Frage als „rechtlich und politisch“ abgeschlossen. Doch so eindeutig wie Berlin die Dinge darstellt, sind sie nicht. Vor allem eine Zwangsanleihe, die Nazi-Deutschland Griechenland im Jahr 1941 auferlegte, ist ein juristisch kniffliges Thema.

Die schrägsten Varoufakis-Zitate

Die Frage der Reparationen wurde nach der deutschen Wiedervereinigung mit dem Zwei-Plus-Vier-Vertrag nach der deutschen Wiedervereinigung geklärt. Bei den Verhandlungen hatte die damalige Bundesregierung dafür gesorgt, dass keiner der 53 Kriegsgegner Reparationsforderungen einbringen konnte.

"Griechenlands Forderung ist zu hoch"

Vor allem die Regierungen der USA und Großbritannien unterstützten Bundeskanzler Helmut Kohl darin. Die griechische Regierung kündigte damals an, sie werde dennoch Entschädigungen für Zerstörungen und Kredite fordern, hat das aber nicht unmittelbar getan. Theoretisch könnte die neue griechische Regierung den Zwei-Plus-Vier-Vertrag vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag anfechten. Sie könnte unzulässige Absprachen zulasten Dritter geltend machen.

Streit um Reparationen

Bisher konzentrieren sich die griechischen Bemühungen allerdings auf eine Zwangsanleihe aus dem Jahre 1942 über 476 Millionen Reichsmark, die nach einem Gutachten des wissenschaftlichen Diensts des Deutschen Bundestags nicht unbedingt als Reparationsanspruch klassifizieren lassen. Sie könnte auch als „Geltendmachung eines vertragsrechlichen Darlehensrückzahlungsanspruchs“ betrachtet werden.

Allerdings stellt sich dann immer noch die Frage der Verjährung. Zur Klärung müsste Athen ebenfalls den Internationalen Gerichtshof in Den Haag anrufen.

Der Historiker Heinz A. Richter von der Universität Mannheim hält es allerdings für gewagt, aus der Anleihe Ansprüche von 332 Milliarden Euro abzuleiten. „Die Größenordnung der Griechen ist um zwei Nullen zu hoch“, sagte er der WirtschaftsWoche und verweist darauf, dass damals in Griechenland Hyperinflation herrschte wie in Deutschland im Jahr 1924.

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