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Rettungsschirm Euro-Länder prüfen Hilfen für klamme Banken

Spaniens Banken wackeln. Der Rettungsschirm soll nun möglicherweise die Geldhäuser stabilisieren. Deutschland würde damit endgültig seinen Einfluss auf Reformprozesse in Europa verlieren.

Wie viel der Euro wirklich wert ist
Euro oder Gold
Der Euro im Währungsmix...
...und gegenüber dem DollarGemessen an der US-Währung hatte der Euro einen schwachen Start – dann stieg er kräftig an und erreichte im April 2008 mit fast 1,60 Dollar seinen höchsten Wert. Doch mit Ausbruch der Finanzkrise sackte er ab.
Bislang kein Teuro
Schwellenländer holen aufDie Währungen der BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien, China) gewinnen an Bedeutung. Der Euro wertete seit Ausbruch der Krise gegenüber diesen Währungen ab (Index 2000 = 100; Quelle: Thomson Reuters).

Bei der Euro-Rettung kommen einem Zeitungsbericht zufolge wieder die umstrittenen zusätzlichen Hilfen für klamme Banken ins Spiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Gruppe der Euro-Länder prüften derzeit, wie Banken direkt an Mittel des neuen Euro-Rettungsfonds ESM kommen können, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ ohne Nennung von Quellen. Damit solle vermieden werden, dass ein ganzes Land den Fonds anzapfen muss, obwohl nur den Banken geholfen werden soll.

Deutschland als größter Geldgeber des Rettungsfonds ist strikt gegen diesen Vorschlag. Da die von der EZB an die Banken billig und für lange Zeit bereitgestellten Mittel von rund einer Billion Euro aber nur zögerlich in der Wirtschaft ankommen, werde wieder eine direkte Kreditvergabe des ESM an die Banken in Betracht gezogen. Derzeit sei eine Arbeitsgruppe der Euro-Länder mit dem Thema befasst. Grund für die neuen Bemühungen sei die Krise in Spanien. Dort benötigen die Geldhäuser dringend Finanzmittel, um Kredite an Unternehmen vergeben zu können.

Anteil Deutschlands an der Euro-Rettung

Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte sich erst am Wochenende vehement gegen eine direkte Kreditvergabe des ESM an die Banken ausgesprochen. Die bisher vereinbarten Regeln sehen vor, dass nur Länder die Mittel abrufen und dann an notleidende Banken weiterreichen können. Sollte ein Land Geld abrufen, muss die Regierung im Gegenzug ein Spar- und Reformprogramm auflegen. Dies war eine wichtige Voraussetzung für die deutsche Zustimmung zu dem neuen EU-Rettungsfonds.

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