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Rettungsschirm EFSF soll Spaniens Banken retten

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EZB soll Spanien nicht helfen

Deutschland zieht den Euro-Partnern davon
Wirtschaftsstandorte der Zukunft
Europas Bedeutung als Wirtschaftsstandort
China ist größter Europa-Konkurrent
Europa und China als Benchmark
Faktoren für Wettbewerbsfähigkeit
Schwache Dynamik
Portfolio-Ansicht

Auch Bundesbank-Chef Jens Weidmann sagt, dass Spanien sich aus eigener Kraft helfen und die EZB nicht beispringen´solle. „Wir sollten nicht immer den Weltuntergang ausrufen, wenn die langfristigen Zinsen eines Landes zeitweilig über sechs Prozent steigen“, sagte Weidmann. Stattdessen sei es zu begrüßen, dass die Investoren zwischen den einzelnen Ländern der Währungsunion differenzierten - auch zwischen jenen, die im Zentrum der Staatsschuldenkrise stünden. „Das ist auch ein Ansporn für die Politik in den entsprechenden Ländern, ihre Hausaufgaben zu machen und durch eine Fortsetzung des Reformkurses Vertrauen zurückzugewinnen. Gleichzeitig werden die Länder damit ihrer Verantwortung für die Währungsunion gerecht. Hier sind nicht immer zuerst Dritte gefordert.“
Es sei deshalb nicht Aufgabe der EZB Spanien mit der Notenpresse zu helfen, zum Beispiel durch die Wiederaufnahme ihrer umstrittenen Staatsanleihenkäufe oder durch neue langfristige Kredite für die Banken. „Ich glaube, dass sie keinen Kollegen im EZB-Rat finden, der der Auffassung ist, dass das Eurosystem dazu da ist, ein bestimmtes Zinsniveau für ein bestimmtes Land sicherzustellen“, sagte Weidmann. Auch der französische EZB-Direktor Benoit Coeure, der angesichts der Situation Spaniens erst vor wenigen Tagen laut über eine Wiederaufnahme der seit Wochen ruhenden Anleihekäufe nachgedacht hatte, hat nach Weidmanns Ansicht lediglich den Status quo referiert und nicht für neue Anleihekäufe (SMP) plädiert: „Die Grenzen des SMP-Programms sind sichtbar geworden. Gleichzeitig ist das Programm vom EZB-Rat nicht beendet worden. Das hat Benoit Coeure beschrieben.“

"Kein Anlass für neuen Langfrist-Tender"
Auch von weiteren Liquiditätssalven der Zentralbank zur Unterstützung der spanischen Banken und anderer Kreditinstitute in der Währungsunion hält Weidmann nichts: „Ich sehe keinen Anlass für eine Diskussion über einen dritten Langfristtender“. Die EZB hatte den Banken der Euro-Zone vor Weihnachten und Ende Februar in zwei Tranchen insgesamt gut eine Billion Euro für drei Jahre geliehen und die Finanzmärkte vorübergehend beruhigt.
Statt den Banken wirklich zu helfen, werde mit dem Geld der EZB nur Zeit gekauft. „Die Drei-Jahres-Geschäfte haben zu einer vorübergehenden Beruhigung der Märkte beigetragen. Mit diesem Schmerzmittel kommt man allerdings in eine Abhängigkeit. Kurz nach dem letzten Dreijahrestender werden schon Rufe nach der dritten oder vierten Runde laut, und notwendige Anpassungsmaßnahmen, gerade im Bankensystem, drohen verschleppt
zu werden.“

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