Richtfest EZB-Neubau kostet 350 Millionen mehr als geplant

Richtfest am spektakulären Neubau der Europäischen Zentralbank in Frankfurt: Das umstrittene Gebäude wird teurer als gedacht. Am Ende könnte es 1,2 Milliarden Euro kosten - 350 Millionen mehr, als ursprünglich angesetzt.

Das Richtfest des EZB-Neubaus
Ein Richtkranz hängt während der Zeremonie am Neubau der Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main. Quelle: dapd
Die Flaggen der EU-Mitgliedsländer schmücken den Richtkranz, der mit einem Kran angehoben wird. Dabei hält Polier Wolfgang Breitenbach den Kranz in Position. Mit dem Richtfest wurde das "Höhenwachstum" des Euro-Towers jetzt offiziell abgeschlossen. Quelle: dpa
Bundesbankpräsident Jens Weidmann (vorne, links) und EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen. Asmussen war kurzfristig als Redner für EZB-Präsident Mario Draghi eingesprungen. Der Notenbankchef ließ sich wegen eines unvorhergesehenen anderen Termins entschuldigen, zu dem keine weiteren Angaben gemacht wurden. Quelle: dpa
Mit dem Richtfest wurde das "Höhenwachstum" des Euro-Towers jetzt offiziell abgeschlossen. Quelle: dpa
Die beiden nach den Plänen des Wiener Architektenbüros Coop Himmelb(l)au errichteten Türme werden nach Abschluss der Dachkonstruktion 185 und 164 Meter hoch sein. Zu dem Komplex gehört auch der denkmalgeschützte Bau der ehemaligen Frankfurter Großmarkthalle als neues EZB-Konferenz-Zentrum. Quelle: dpa
Die Kosten für das Gebäude sind auf deutlich mehr als eine Milliarde Euro gestiegen: Asmussen bezifferte sie beim Richtfest am Donnerstagabend auf 1,15 bis 1,2 Milliarden Euro. Quelle: dapd
Der Architekt Wolf Prix führte über die Baustelle. Quelle: dpa

Die Europäische Zentralbank (EZB) feiert Richtfest - doch der Chef sagt kurzfristig ab. Euro-Retter Mario Draghi musste zu einem anderen Termin und übergab die Eröffnung der Zeremonie an EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen. Draghis Abwesenheit sei aber kein Grund zur Sorge, scherzte dieser am Donnerstagabend. Der Euro sei unumkehrbar und Draghi persönlich gehe es gut. Wohin der EZB-Präsident musste, sagte Asmussen nicht.

Architekt Prof. Wolf Prix vom Wiener Büro Coop Himmelb(l)au betonte bei einem Rundgang über die Baustelle die Bedeutung des spektakulären Doppelturms an der denkmalgeschützten Großmarkthalle: „Die EU braucht dreidimensionale Zeichen - auch zur Identifikation.“ An der denkmalgeschützten Großmarkthalle entsteht nach seinen Plänen ein leicht in sich geschlungener Doppelturm.

Die 41 Büro-Geschosse in beiden Türmen sind fertig, der Innenausbau ist schon bis zum 26. Stock vorangekommen. Ihre endgültige Höhe haben der 185 Meter hohe Nord- und der 165 Meter hohe Südturm aber noch nicht erreicht. Dafür fehlen noch einige Geschosse für die Technik. Zusammen mit der begehbaren Antenne wird dann eine Gesamthöhe von 202 Metern erreicht, erklärte Brix.

Unterdessen geht die Verglasung der Außenfassaden der Türme weiter - bis März 2013 soll sie fertig sein. Im Sommer soll auch das Atrium zwischen den beiden eigenständigen und mehrfach miteinander verbundenen Hochhäusern verglast sein. „Im Juli wird das Hochhaus dicht sein“, sagte Projektleiter Thomas Rinderspacher.

Bei der Sanierung der denkmalgeschützten Großmarkthalle - 1928 von Martin Elsaesser erbaut - kam es allerdings zu Verzögerungen von rund einem halben Jahr, wie Rinderspacher sagte. „Die Großmarkthalle hat einige Probleme mehr gemacht als gedacht - obwohl vorher alles mehrfach geprüft war.“ So mussten die etwa 140 Kilometer Fugen an der Backsteinfassade komplett herausgekratzt und erneuert werden, viel mehr als zunächst erwartet. Es ist zudem eine Arbeit, die nur noch wenige Arbeiter beherrschen, wie der Bauleiter für die Großmarkthalle, Dieter Allgöwer, sagte.

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