Russlandkonflikt So kann der Westen Putins Kontrolle brechen

Im Russlandkonflikt wird es Zeit für einen Strategiewechsel. Quelle: Imago

Russland eskaliert, der Westen reagiert: Diese Taktik der nachlaufenden Sanktionen hat sich verbraucht. Zeit für einen Strategiewechsel. Ein Kommentar.

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Bei Strategie-Spielen gibt es den Begriff „Board Control“: Wer auf dem Spielfeld die meiste Kontrolle ausübt, besitzt die größten Chancen zu gewinnen. Das gilt es zu verhindern: Indem man Karten abwerfen lässt, Figuren zerstört, Ressourcen beschneidet. Wladimir Putin besitzt, um im Bild zu bleiben, gerade unangenehm viel „Board Control“. Erreicht hat der russische Präsident sie durch stetiges Streifen von roten Linien am Rande der Eskalation. NUn hat er mit dem Einmarsch in die Ukraine gar eine Linie überschritten.

Diese Kontrolle zu brechen, könnte das Spiel drehen. Stattdessen bleibt die EU nach dem Tabubruch im Verhinderungsmodus. Ja, die 27-Mitgliedsstaaten haben durchaus schnell und kräftig reagiert. Der viel beschworene „Vorschlaghammer“ des Westen aber lässt auf sich warten, weil Putin eben (noch) nicht zur Invasion der ganzen Ukraine angesetzt hat. Man setze auf „weitere Maßnahmen bei weiterer Eskalation”, erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Als würde Putin solche Drohungen nicht einzupreisen wissen, als sei Abschreckung in einer so fortgeschrittenen Phase der Eskalation noch das probate Mittel. Nein, jetzt sollten maximale Wirtschaftssanktionen zum Einsatz kommen, um den Spielaufbau Putins offensiv zu unterbrechen. Zusätzlich muss die EU ihre militärische Abschreckung verstärken, alternative Wirtschaftsbeziehungen aufbauen, die Gas-Abhängigkeit im Eiltempo beenden.

Die neue Strategie: Selbst aufspielen, anstatt nur zu reagieren.

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