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Samaras-Sieg Griechenland wählt den Tod auf Raten

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Fortsetzung des Griechenland-Dramas

Antonis Samaras Quelle: dpa

Griechenland hofft auf einen Kurswechsel. In Athen und in Europa: Weg vom Sparen, hin zu Konjunkturprogrammen und sozialen Wohltaten. Genau das versprach Samaras im Wahlkampf. Seine Partei will die Renten auf das Niveau von 2009 anheben, die Arbeitslosenhilfe verlängern und die Steuern senken. Die Aussichten, mit den internationalen Geldgebern einen Kompromiss zu erzielen sind günstig. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist mit ihrer Sparpolitik isoliert, Südeuropa gibt inzwischen den Ton in der Gruppe der 17 Euro-Staaten an. In den Verhandlungen mit Frankreichs Präsident Francois Hollande, dem EZB-Präsidenten Mario Draghi und der IWF-Chefin Christine Lagarde wird Samaras für sein Land in den kommenden Wochen einen Rabatt aushandeln können – auf Kosten der europäischen Steuerzahler.

Das griechische Wahlrecht

An dem desolaten Zustand Griechenlands ändert sich mit der Samaras-Wahl gleichwohl nichts. Das Land steht auch nach der Wahl der pro-europäischen Kräfte mit beiden Beinen am Abgrund.

Denn die griechische Wirtschaft ist auch zwei Jahre nach dem ersten Rettungspaket schlicht nicht wettbewerbsfähig. Die Produktionskosten sind zu hoch, die Qualität der griechischen Produkte im internationalen Vergleich ist zu dürftig. Die Folge: Griechenland häuft weiterhin gigantische Leistungsbilanzdefizite an. Doch um seine Schulden je wieder bezahlen zu können, müsste das Land über Jahre einen Leistungsbilanzüberschuss von sieben Prozent erwirtschaften. Ohne eine Abwertung der Währung ein illusorisches Vorhaben.

Zudem wackeln die hellenischen Banken. Sie halten einen Großteil der wertlosen griechischen  Staatsanleihen – und werden durch das steigende Misstrauen ihrer Bürger weiter in Mitleidenschaft gezogen. All jene Griechen, die Geld haben, sind mit ihren Euros längst ins europäische Ausland geflüchtet. Seit Anfang Juni sind täglich zwischen 100 bis 500 Millionen Euro aus den Banken abgeflossen. Der Bank-Run hat die Lage der griechischen Institute noch einmal verschlechtert.

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