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Schuldenkrise Europa passt nicht unter ein Dach

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Bedeutung des Exports nimmt ab

Diese Länder wollen in die EU
Türkei Quelle: dapd
Serbien Quelle: REUTERS
Albanien Quelle: REUTERS
Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien: Quelle: REUTERS
Montenegro Quelle: REUTERS
Island Quelle: Reuters
Bosnien-Herzegowina: Quelle: REUTERS

In den Krisenländern sind die Löhne nicht flexibel und die Arbeitskräfte nicht mobil genug, um die Arbeitslosigkeit abzubauen, die nach dem Platzen der Immobilienblase rasant gestiegen ist. Dazu kommt, dass die Vernetzung der Güter- und Kapitalmärkte im Zuge der Finanzkrise abgenommen hat. So beläuft sich der grenzüberschreitende Güterhandel zwischen den Ländern der Euro-Zone aktuell auf etwa 15,5 Prozent des gemeinsamen Bruttoinlandsprodukts. Vor der Finanzkrise lag der Anteil noch bei 16,5 Prozent. Die Bedeutung der Euro-Zone für die deutschen Exporte hat spürbar abgenommen. Gingen 1999 noch 46 Prozent der deutschen Ausfuhren in die Länder der Währungsunion, so sind es aktuell weniger als 40 Prozent.

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    Wie sich die EU finanziert

    Konflikte der Finanzinstitute

    Die Kapitalmärkte der Euro-Zone sind zunehmend fragmentiert. Das mangelnde Vertrauen der Banken untereinander hat die  grenzüberschreitenden Geldleihgeschäfte zwischen ihnen weitgehend zum Erliegen gebracht. Staatsanleihen aus den Peripherieländern finden nur noch bei Banken und Versicherungen aus der Region Abnehmer. Die Finanzinstitute aus dem Norden meiden dagegen die Staatspapiere aus dem Süden. Dazu kommt, dass die EZB es den nationalen Notenbanken überlassen hat, selbst zu entscheiden, welche Papiere sie im Rahmen ihrer Leihgeschäfte als Sicherheiten akzeptieren. Von einem integrierten Kapitalmarkt, wie er für einen optimalen Währungsraum essentiell ist, kann kaum noch die Rede sein.   

    WirtschaftsWoche Online Euro Spezial

    Darüber hinaus mangelt es Ländern wie Griechenland, Portugal und Irland an einer breit diversifizierten Branchenstruktur. Ihnen fällt es daher schwer, ohne eine Abwertung wirtschaftlich wieder auf die Beine zu kommen. Die Krise hat zudem schonungslos offen gelegt, dass es den Regierungen an einer gemeinsamen wirtschaftspolitischen Strategie fehlt. Während die Länder im Süden in staatlichen Eingriffen und Inflation ein probates Mittel zur Lösung ihrer Probleme sehen, setzen die Nordländer stärker auf Wettbewerb und Stabilität.

    Das zeigt: Die Euro-Zone ist kein optimaler Währungsraum.  Die beteiligten Länder sind zu verschieden, als dass sie unter dem Dach einer gemeinsamen Geld- und  Währungspolitik gedeihen könnten. Der Euro war von Anfang an ein politisches Projekt wider die ökonomische Vernunft. Das ist sein fundamentaler Konstruktionsfehler -  und der Grund seines Scheiterns.

    Europa



    Statt diesen Fehler einzugestehen, versuchen Regierungen und  EZB verbissen, die Gemeinschaftswährung künstlich am Leben zu halten.  Sie setzen darauf, mit ihrer politischen Macht die Gesetze der Ökonomie auszuhebeln.  Doch die historischen Erfahrungen zeigen, dass dies nicht gelingen wird. Am Ende sind die ökonomischen Kräfte stärker als die politische Macht.  Das Fatale ist nur, dass bis dahin die Preisstabilität, der Rechtsstaat, die Demokratie und die Freiheit in Europa dem Euro-Rettungswahn von Regierungen und EZB zum Opfer zu fallen drohen. Die Bürger müssen sich fragen, ob sie bereit sind, diesen Preis für eine Währung zu zahlen, die niemand benötigt.  

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