Schuldenkrise Europas Schulden sind noch höher als erwartet

Die Euro-Krisenstaaten haben im vergangenen Jahr deutlich höhere Haushaltsdefizite eingefahren als befürchtet. Vor allem in Griechenland und Spanien sind die Ausgaben dramatisch aus dem Ruder gelaufen.

Euromünzen Quelle: dpa

Die Haushaltsdefizite der Euro-Krisenstaaten waren im Jahr 2011 größer als bisher erwartet. Nach Angaben des Statistischen Amtes der EU (Eurostat) vom Montag in Luxemburg lag das tatsächliche Defizit Griechenlands mit einem Minus von 9,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes über der vorläufigen Frühjahrsschätzung von 9,1 Prozent.

Auch Spanien überrascht negativ. Das Defizit der Regierung in Madrid von 9,4 Prozent liegt fast einen ganzen Prozentpunkt höher als die bisher angenommenen 8,5 Prozent. Die Abwärtsspirale der Südeuropäer dreht sich damit immer schneller. Zur Erinnerung: Ende 2007 lagen die spanischen Staatsschulden noch bei 36 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

So verschuldet sind die Euro-Länder

13 von 17 Euro-Ländern erfüllen die Maastricht-Kriterien nicht

Ende 2012 wird die Quote bei fast 85 Prozent liegen. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Die Regierung plant auch für das kommende Jahr die Aufnahme neuer Schulden. Ende 2013 wird der spanische Schuldenberg die 90-Prozent-Grenze überschreiten.

Die Maastricht-Kriterien sehen jedoch vor, dass die Euro-Länder nur bis zu 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verschuldet sein dürfen. Doch diesen Wert reißen gleich 13 von 17 Ländern. Auch Deutschland. Doch hier stimmt immerhin der Trend: Deutschlands Defizit lag 2011 mit 0,8 Prozent niedriger als die erwarteten 1,0 Prozent und unter den Konvergenzkriterien, wonach die Schulden pro Jahr nicht mehr als um 3,0 Prozent steigen dürfen. Nur in Luxemburg (0,3 Prozent) und Finnland (0,6 Prozent) war das Defizit noch geringer als in Deutschland.

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Die Schulden der 17 Euro-Staaten belaufen sich auf 87,3 Prozent des Gemeinschafts-BIP. Es stieg damit um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Schuldenlast war seit der Einführung der Gemeinschaftswährung 1999 nie größer.

Das größte Haushaltsloch 2011 musste Irland verbuchen. Hier stieg das Defizit um 13,1 Prozent.

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