Schuldenkrise Export-Einbruch in Südeuropa

Italien und Spanien waren über Jahrzehnte wichtige Handelspartner für Deutschland. Doch im Zuge der Krise kaufen sie kaum noch deutsche Produkte. Dafür springen osteuropäische Staaten ein.

Deutschlands wichtigste Handelspartner
Russische Föderation Quelle: dpa-tmn
Belgien Quelle: REUTERS
Die Schweizer Landesfahne weht am Großen Aletschgletscher Quelle: ZB
Die Österreichische Flagge Quelle: dpa
assanten und Fahrzeuge passieren in Rom das Kolosseum Quelle: dapd
Lichtereines vorbei fahrenden Busses strahlen vor dem Big Ben in London Quelle: Reuters
Eine US-Flagge weht vor der Freiheitsstatue Quelle: REUTERS
Platz 3: ChinaDie Nummer drei der wichtigsten Handelspartner der Bundesrepublik geht an China. Die Volksrepublik importierte 2012 Waren im Wert von 66,6 Milliarden Euro. Andersherum importierten die Deutschen chinesische Waren im Wert von 77,3 Milliarden Euro. Insgesamt kommt das Handelsaufkommen zwischen der Bundesrepublik und China somit auf einen Wert von 143,9 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr übrigens ein Rückgang von 0,3 Prozent. 2011 waren es noch 144,4 Milliarden Euro gewesen. Quelle: REUTERS
Niederlande Quelle: dpa
Frankreich Quelle: dpa

Die Euro-Südländer haben 2012 spürbar an Gewicht für die deutsche Exportbranche verloren. Das zeigen Berechnungen des ifo-Instituts für die „FTD“ zum Ranking der deutschen Absatzmärkte gemessen an den nominalen Warenexporten.

Beispiel Italien: Noch im Jahr 2007 war der Stiefelstaat viertwichtigster deutscher Absatzmarkt. Und auch vor zwei Jahren lag das Land immerhin noch auf Rang fünf –  und damit noch vor China. Doch die Euro-Krise und ihre Folgen haben zu einer sinkenden Nachfrage nach deutschen Gütern geführt. In diesem Jahr dürfte Italien von Österreich als vormals sechstwichtigster Absatzmarkt überholt werden.

Stürzt uns Europa in die Rezession?

Spanien rutscht auf Rang 13

Noch eklatanter ist der Absturz Spaniens: Im Jahr 2008 war das Land noch achtwichtigster deutscher Exportmarkt – seither wurde es vor allem von den Osteuropäern verdrängt. In diesem Jahr werden die Iberer laut ifo-Institut von Rang elf auf den 13. Platz abrutschen – noch hinter Polen, Russland und Tschechien. Dort können deutsche Unternehmen mittlerweile deutlich mehr Waren absetzen als in Südeuropa.

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„In Italien und Spanien belasten nach wie vor die fiskalischen Konsolidierungsmaßnahmen und die hohe Arbeitslosigkeit die Binnennachfrage stark“, sagt Steffen Elstner, Forscher am ifo-Institut. „So sind zum Beispiel bis August dieses Jahres die deutschen Kraftfahrzeugexporte in beide Länder um 20 Prozent gesunken.“

Auch insgesamt geht die Bedeutung der Euro-Zone für die deutschen Exporteure zurück. Laut Ifo wird der Anteil der Ausfuhren in die Währungszone von 2009 bis Ende 2012 um sechs Prozent auf voraussichtlich 37 Prozent fallen. Das ist vor allem eine Folge der eingebrochenen Nachfrage aus den südlichen Krisenländern.

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