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Schuldenkrise Griechenland und Spanien im Schuldenrausch

Die Euro-Pleiteländer haben im vergangenen Jahr Defizite von über zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes angehäuft. Auch weitere Euro-Länder entfernen sich immer weiter vom Drei-Prozent-Ziel.

Die zehn größten Euro-Lügen 2013
Francois hollande Quelle: dpa
Mario Draghi Quelle: dpa
José Manuel Barroso Quelle: REUTERS
Wolfgang Schäuble Quelle: AP
Martin Schulz Quelle: REUTERS
Antonis Samaras Quelle: dapd
Jean-Claude Juncker Quelle: dpa

Das rezessionsgeplagte Griechenland bekommt sein Defizit nicht in den Griff. Die Neuverschuldung stieg im vergangenen Jahr um 0,5 Punkte auf 10,0 Prozent, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Montag mitteilte. Das ist erheblich mehr als die EU-Kommission vorhergesagt hatte. Sie war von 6,6 Prozent Defizit ausgegangen. Griechenland hat in seinem Defizitverfahren noch bis 2016 Zeit, mit der Neuverschuldung die Maastrichter Marke von 3,0 Prozent einzuhalten.

Noch zu Jahresbeginn hatte sich Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras optimistisch gezeigt und bei seinem Berlin-Besuch im Januar 2013 behauptet: „Das Glas ist halbvoll. Wie liefern, Europa hilft.“ Die Eurostat-Zahlen zeigen nun ein anderes Bild. Und auch die Wirtschaftsprognosen der EU-Kommission für 2013 sind düster: Brüssel erwartet einen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Griechenland auf 27 Prozent. Schon jetzt steht zudem fest: 2013 wird das sechste Rezessionsjahr in Folge sein.

Portugal schneidet schlechter ab als erwartet

Mit seinen miesen Zahlen steht Griechenland derweil nicht alleine da. Schlechter als erwartet schnitt auch Portugal ab, dessen Defizit um 2 Punkte auf 6,4 Prozent stieg. Die Kommission hatte mit 5,0 Prozent gerechnet. Belgien sollte eigentlich schon im vergangenen Jahr die Defizitgrenze von 3 Prozent einhalten - der tatsächliche Wert betrug nun 3,9 Prozent. Musterschüler Deutschland kam auf einen Überschuss von 0,2 Prozent nach einem Defizit von 0,8 Prozent im Jahr zuvor.

Griechenlands Baustellen 2013

Anders Frankreich und Spanien. Sie haben 2012 mehr neue Schulden angehäuft als geplant. Das Defizit belaufe sich in Frankreich auf 4,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, angestrebt war ein Minus von 4,5 Prozent. Spanien kam auf ein Defizit von 10,6 Prozent, während die EU-Kommission mit 10,2 Prozent gerechnet hatte.

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Die EU-Kommission erwägt nun, beiden Ländern mehr Zeit einzuräumen, um ihre Neuverschuldung wieder in die Nähe der Obergrenze von drei Prozent zu bringen. Andernfalls müssten sie neue Sparprogramme auflegen, die die Konjunktur jedoch weiter abwürgen dürften.

In der gesamten Währungsunion lag die Neuverschuldung bei 3,7 Prozent, während es 2009 noch 6,4 Prozent waren. Das ist neben Deutschland vor allem Irland, Finnland und Österreich zu verdanken.

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