Schuldenkrise Griechenland will Krise in den nächsten sechs Jahren überwinden

Innerhalb von sechs Jahren will Ministerpräsident Antonis Samaras Griechenland wieder auf das Niveau vor der Finanz-und Wirtschaftskrise führen. Das Land steckt seit 2008 in der Rezession.

Was aus den Rettungsplänen wurde
GeuroEs war eine Idee des früheren Deutsche-Bank-Chefvolkswirts Thomas Mayer: Griechenland führt eine Parallelwährung ein, den Geuro, der neben dem Euro im Land zirkuliert. Unternehmen könnten dann ihre Beschäftigten mit dem Geuro bezahlen, diese sich  dafür Lebensmittel und andere Verbrauchsgüter kaufen. Da sich die neue Parallelwährung gegenüber dem Euro schnell abwerten würde, wären griechische Produkte und Dienstleistungen – hier vor allem der Tourismus – schnell wieder wettbewerbsfähig. Nach außen hin könnte das Land weiter in Euro rechnen. Es blieb eine Idee. Quelle: dapd
Striktes SparprogrammGriechenland spart sich gesund. Der Plan sieht vor, dass Griechenland 2013 und 2014 gut 11,5 Milliarden Euro einspart – durch Kürzung der Gehältern der Staatsbediensteten sowie der Renten, des Verteidigungsetat und so weiter. Dass Griechenland seine Sparpläne einhält, glaubt kaum noch jemand. Die Prüfungskommission Troika wurde bisher bitter enttäuscht. Auch Regierungschef Antonis Samaras trägt nicht zum Vertrauen in die Sparbemühungen bei, wenn er wie Ende August geschehen bei den Schuldnerländern um einen Aufschub bis 2016 bittet. In wenigen Wochen wird die Troika ihren neuen Bericht vorlegen, dann wird man sehen, was Griechenland bisher erreicht hat. Quelle: dpa
'Grexit
Konzept
Projekt EurekaEs war eine geniale Idee der Unternehmensberatung Roland Berger: Der griechische Staat verkauft große Teile seines Staatsbesitzes – an Kulturgüter wie die Akropolis war dabei allerdings nicht gedacht – an eine europäische Treuhandanstalt. Mit dem Erlös hätte Griechenland seine Auslandsschulden abtragen können. Die Treuhand hätte dann rund 30 Jahre Zeit gehabt,  die griechischen Staatsunternehmen zu sanieren und zu verkaufen. Deutsche und griechische Politiker hatten durchaus Sympathien für diesen Plan mit dem Namen „Eureka“. Doch es wurde nichts daraus. Quelle: dapd
Konzept
Geld druckenEs ist der bequemste aller Auswege – und damit der wahrscheinlichste. Die Europäische Zentralbank (EZB) wirft die Notenpresse an. Und das geht so: Die Regierung in Athen gibt Staatsanleihen aus, griechische Banken kaufen die Titel auf und hinterlegen sie bei der EZB. Dafür bekommen sie frisches Zentralbankgeld. Darüber hinaus denkt die EZB darüber nach, wie sie weitere Staatsanleihen der Krisenländer vom Markt nehmen kann. Die Deutsche Bundesbank ist mit ihrem Widerstand gegen dieses Programm isoliert. 'Not kennt kein Gebot', lautet das Motto von EZB-Präsident Mario Draghi – und so ist der Staatsfinanzierung durch die Notenbank Tür und Tor geöffnet.    Quelle: dpa

"Wir sind aus den Schwierigkeiten noch nicht heraus, es gibt noch Probleme zu lösen", sagte Samaras am Montag in der Hauptstadt Athen. "Den meisten Experten zufolge" werde es aber "weder Jahrzehnte noch mehrere Generationen, sondern nur sechs Jahre dauern", bis das Land die Wirtschaftskraft und den Lebensstandard von vor dem Beginn der Krise wieder erreiche.
Vor nunmehr fünf Jahren wurde das Land mit Milliardenkrediten vor dem Staatsbankrott bewahrt. Gleichzeitig musste sich die Regierung gegenüber der Gläubiger-Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfond dazu verpflichten, massive Einsparungen im Staatshaushalt vorzunehmen.

Es gab Kritik aus der Bevölkerung und Griechenland erfüllte die vereinbarten Spar- und Reformvorhaben nicht vollständig. Zudem seien Vereinbarungen zur Reform der öffentlichen Verwaltung getroffen worden, hieß es. Eine Forderung der Troika war es, bis Ende September 12.500 Staatsbedienstete in andere Behörden zu versetzen, in denen es an Personal mangelt. Sollte kein Arbeitsplatz für sie gefunden werden, sollten sie entlassen werden, lautete die Vorgabe.

Die Instrumente zur Euro-Rettung

Aus Protest gegen den Stellenabbau in der Verwaltung demonstrierten damals Tausende Angestellte in Athen und anderen Städten des krisengeschüttelten Eurolandes. „Hände weg von den Kommunen“, skandierten die Demonstranten. Viele drohten mit noch härteren Kampfmethoden und Dauerstreiks. Aus Protest blieben alle Kommunalbehörden geschlossen. Ausgenommen davon wurden Dienstleistungen für ältere und bedürftige Menschen.

Seit Montag wird nun wieder im staatlichen Bereich gestreikt. Samaras kündigte deshalb am Wochenende an, dass es keine weiteren Kürzungen der Löhne oder höhere Steuern geben werde. Die Griechen könnten solche Einschnitte nicht mehr ertragen, sagte der Ministerpräsident der Athener Zeitung „Eleftheros Typos“. Außerdem will die Regierung mit harten Strafen die weit verbreitete Schwarzarbeit in dem Euro-Krisenland bekämpfen. Die Konsolidierung und Stabilisierung der Finanzen und der Wirtschaft des Landes werde künftig nur mit weiteren Reformen in die Tat umgesetzt. Zudem seien Investitionen dringend notwendig. „Sparmaßnahmen allein reichen nicht“, so Samaras. Auch die Geldgeber hätten mittlerweile festgestellt, dass die Gesellschaft keine weiteren Sparmaßnahmen und Lohnkürungen ertragen könne.

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