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Schuldenkrise Langsam sparend aus der Krise

Die Euro-Sorgenländer sollten in Sachen Sparen einen Gang zurückschalten. Das ist der richtige Weg aus der Krise, schreibt das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln in einem aktuellen Bericht.

Das sind die Schuldenkönige Europas
A general view of the old town of Tallinn, Estonia Quelle: AP
Speaker of the Parliament of Finland Eero Heinaluoma,president-elected Sauli Niinisto, president Tarja Halonen Quelle: dapd
LuxemburgDer kleinste Flächenstaat der Welt hat 2011 nur 0,6 Prozent des BIPs an neuen Schulden aufgenommen. In Euro macht das putzige 253 Millionen Euro. Genauso hoch wie Luxemburgs Neuverschuldung war das operative Ergebnis der VW-Tochter MAN im ersten Quartal 2012. Quelle: dpa
Ein Aufkleber mit der Aufschrift «Made in Germany» und dem EU Symbol klebt auf einem Solarkollektor Quelle: dpa
View of the new embassy of Malta in Berlin Quelle: AP
Blick auf das hell erleuchtete Riesenrad im Prater in Wien Quelle: dpa
Europäische Länder-Flaggen hängen schlaff vor dem Europäischen Parlament in Brüssel, Belgien Quelle: dpa

Um aus der Krise zu kommen, sollten die Euro-Krisenländer mehr Zeit bekommen, um ihre Sparziele zu erreichen. Das empfiehlt jetzt das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht scheinbar alleine auf dem politischen Parkett weiter für die Sparpläne ein. Immer mehr Länder schwenken um, wünschen sich Wachstum, auch um den Preis länger auf den Schulden sitzen zu bleiben oder sogar neue zu machen.

Der neuste Bericht des IW stützt so manche Wunschvorstellung, wenn auch mit bestimmten Auflagen.

Aus dem Kölner Institut kommt eine Warnung: Sollten die nötigen Einsparungen in kürzester Zeit gestemmt werden müssen, so könnten es die Euro-Krisenländer schwer haben. Die Rede ist von einem "Teufelskreis aus Konsolidierung, rückläufigen Steuereinnahmen und noch mehr fiskalischem Sparen".

Zudem würden Investoren dadurch abgeschreckt. Das IW sieht die Lösung hierfür in langfristigeren Sparplänen als es sie bisher gibt.

Wirtschaft schlechter als geplant

Die Begründung: Die Pläne seien geschmiedet worden, als es der Wirtschaft noch besser ging. "Es ist deshalb grundsätzlich angemessen, die weiteren Konsolidierungsziele zeitlich etwas zu strecken", so das IW. Genaue Vorgaben zu den Sparmaßnahmen seien aber erforderlich.

An Spanien, Griechenland und Italien macht das IW seine Anhaltspunkte deutlich: Spanien soll sein öffentliches Budgetdefizit bis 2013 unter drei Prozent bringen. So sieht es der Maastricht-Vertrag vor. Die Aussichten sind aber durchwachsen, denn die spanische Wirtschaftsleistung spielt nicht mit: Während die Spanier 2012 noch ein Wachstum von 1,5 Prozent aufbrachten, befürchtet Brüssel für das nächste Jahr einen Wachstumsrückgang von 1,8 Prozent.

Italien will bis 2013 den Staatshaushalt ausgeglichen haben. Die schwächelnde Konjunktur könnte den Italienern aber ebenso im Weg stehen, wie den Spaniern, denn auch hier zeigt Brüssels Prognose rote Zahlen.

Einen Gang runter schalten, aber nicht stoppen, schlussfolgert deshalb das IW. "Ohne zu sparen, geht es nicht, doch könnte das die Rezession weiter verschärfen und besagten Teufelskreis in Gang setzen", so die Warnung.

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