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Schuldenkrise Griechenlands Bosse kämpfen gegen den freien Fall

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Raycap: Hohe Kundendienstqualität

Kostas Apostolidis Quelle: Nikos Pilos für WirtschaftsWoche

Mitten in der Euro-Krise, vor sechs Monaten, eröffnete Raycap ein Vertriebsbüro in München mit zwei Mitarbeitern. Als mutig empfindet das Gründer Kostas Apostolidis nicht. Die Deutschen seien angenehme Kunden: „Sie sind rational, sie schauen sich Produkt und Service genau an.“

Die Amerikaner hat Apostolidis von der Qualität seiner Blitzableiter schon überzeugt. 60 Prozent seines Umsatzes von gut 50 Millionen Euro hat er 2011 in den USA erwirtschaftet. Seit Raycap sich gegen 50 Mitbewerber durchsetzte und in einem Großauftrag der Flugsicherheitsbehörde alle Radargeräte an US-Flughäfen mit seinen Blitzableitern ausstattete, ist die Firma in den USA bekannt. General Electric, bekannt für eine extrem niedrige Fehlertoleranz, gehört zu den Abnehmern.

2009 kaufte Apostolidis eine Produktionsstätte in den USA, um nah an seinen wichtigsten Kunden zu sein. Mittlerweile weiß er die Flexibilität seiner 250 Mitarbeiter im Stammwerk im nordgriechischen Drama noch mehr zu schätzen. „Wenn ich ihnen am 24. Dezember ankündige, dass sie bis Mitternacht arbeiten müssen, dann tun sie das ohne Murren.“ US-Mitarbeiter sagten dagegen schon einmal achselzuckend, es sei nicht ihr Problem, wenn ein Kunde eine Bestellung spät aufgebe.

Apostolidis könnte seine Geschäfte von überall aus machen. In seinem Büro mit den zwei großen Glasfronten erinnert nur der Blick auf das Olympiastadion von 2004, dass es sich im Athener Vorort Maroussi befindet. Aber vor allem die Einstellung seiner Mitarbeiter lässt ihm am Standort Griechenland festhalten: „Ich will, dass unsere Kunden Geld verdienen, und das verstehen meine Mitarbeiter.“ Soll heißen: Sind die Anlagen der Kunden vor Blitzschlägen geschützt, droht kein Produktionsausfall. Abnehmer sind unter anderem auch Hersteller von Windturbinen.

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    Stark wachsender Markt

    Dank der Flexibilität seiner Leute kann Apostolidis Ware in drei Tagen liefern. Der alleiniger Firmeninhaber mit Harvard-MBA führt seinen hohen Anspruch auf seine Ausbildung als Bergbauingenieur zurück. „Ich weiß, wie wichtig es ist, dass man sich auf andere verlassen kann.“

    Raycap agiert in einem stark wachsenden Markt, denn konventionelle Blitzableiter, die die Spannung in den Boden leiten, reichen heutzutage nicht mehr aus, um empfindliche Geräte zu schützen. Die Griechen profitieren vom Ausbau erneuerbarer Energien, Windturbinen- und Solarhersteller zählen zu ihren Kunden.

    „Unser einziges Wachstumshemmnis ist der Mangel an Nachwuchs“, sagt Raycap-Vize Kostas Samaras. Er sucht Ingenieure, um das 35-köpfige Team am Hauptsitz auszubauen. Gerade hat er eine Dänin eingestellt, 2011 einen französischen Absolventen von der Pariser Kaderschmiede Insead. Von einem deutschen Insead-Absolventen kam in diesem Jahr eine sehr höfliche Absage. Der Job sei viel versprechend, aber ein Leben in Griechenland konnte sich der Kandidat dann doch nicht vorstellen.

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