Schuldenkrise Schäuble schließt neue Spanienhilfe vorerst aus

Wird die EZB wieder Spanien-Anleihen kaufen, um die hohen Zinsen zu drücken? Der deutsche Finanzminister Schäuble sagt Nein. In der schwierigen Lage fliegt US-Finanzminister Geithner überraschend nach Deutschland.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Quelle: Reuters

Laute Bekenntnisse zum Euro, überraschende Spitzentreffen, Spekulationen über neue Hilfen - die Krise in Europa ist wieder voll entflammt. US-Finanzminister Timothy Geithner kommt zu kurzfristig angekündigten Gesprächen nach Deutschland.

Er trifft sich am Montag mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble auf Sylt und danach mit EZB-Präsident Mario Draghi in Frankfurt, wie das US-Finanzministerium bekanntgab. Thema: Die Wirtschaftslage in den USA, Europa und weltweit.

Krise und Arbeitslosigkeit in Spanien

Schäuble widersprach derweil einem Bericht über ein geplantes neues Hilfsprogramm für Spanien. Die „Süddeutsche Zeitung“ (Samstag) hatte ohne Nennung einer Quelle über Pläne in Brüssel berichtet, wonach die Europäische Zentralbank (EZB) im Namen des Rettungsschirms EFSF spanische Anleihen aufkaufen solle. Das wäre neu.

Aus eigener Verantwortung hat die EZB mehrmals Staatsanleihen erworben - für insgesamt mehr als 200 Milliarden Euro. „Nein, an diesen Spekulationen ist nichts dran“, sagte Schäuble der „Welt am Sonntag“ auf die Frage, ob Spanien schon bald einen Antrag stellen könnte, um dem EFSF den Kauf von Staatsanleihen zu ermöglichen. Das jüngste Hilfspaket mit 100 Milliarden Euro für die spanischen Banken sei ausreichend groß.

EZB-Präsident Draghi hatte am Donnerstag gesagt, die EZB werde „alles Notwendige tun, um den Euro zu erhalten“. Er deutete an, dass die EZB wieder Staatsanleihen von Krisenländern aufkaufen könnte. Die Aktienkurse an den Börsen in Europa und den USA wurden durch die Äußerungen beflügelt.

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