Schuldenschnitt für Ukraine Gläubiger verzichten auf 20 Prozent

Die von der Staatspleite bedrohte Ukraine hat sich mit internationalen Gläubigern auf einen Schuldenschnitt geeinigt. Insgesamt werden dem Land mehrere Milliarden Euro erlassen.

Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk. Quelle: dpa

Die Ukraine hat mit ihren internationalen Anleihegläubigern ein Abkommen zur Stützung der Staatsfinanzen des angeschlagenen Landes erreicht. Ministerpräsident Arseni Jazenjuk teilte am Donnerstag mit, die ukrainische Staatsverschuldung von umgerechnet rund 16,6 Milliarden Euro werde um 20 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro gekürzt. Die Umstrukturierung der Schulden in Höhe von 18 Milliarden Dollar solle bis Ende Oktober abgeschlossen sein. Die Vereinbarung soll das europäische Land vor einem Zahlungsausfall bewahren.

Nach Angaben Jareskos stimmt die Vereinbarung mit den Vorgaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) überein. Der IWF hatte die Gewährung eines 40 Milliarden Dollar schweres Rettungspakets von einer erfolgreichen Umschuldung abhängig gemacht. Russland erklärte indes, es werde an der Umschuldung nicht beteiligen.

Wie stehen Griechenland, Spanien und Co. da?
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Die Lohnstückkosten sind in Griechenland, Irland und Spanien vergleichbar hoch. Für Griechenland senkt das die Wettbewerbsfähigkeit im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung deutlich herab.
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Alle vier Länder haben den Abbau der Staatsausgaben verbessert. Besonders Griechenland war hier auf einem guten Weg, bis im Januar Syriza an die Macht kam.
Mit dem Abbau der Staatsverschuldung haben alle vier Länder noch ein Problem und sind noch weit entfernt von einem akzeptablen Stand. Am besten schlagen sich hier Spanien und Irland.
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In einer vom ukrainischen Finanzministerium veröffentlichten Erklärung heißt es, das Abkommen werde auch die Zahlungsfrist für die Staatsanleihen um vier Jahre bis 2027 verlängern.

Die Ukraine steht wegen Misswirtschaft und des Konfliktes mit prorussischen Separatisten im Osten des Landes am Rande einer Staatspleite. Ministerpräsident Arseni Jazenjuk hatte am Morgen über Facebook mitgeteilt, dass es "gute finanzielle Nachrichten" gebe und berief deshalb eine Sondersitzung des Kabinetts ein. Präsident Petro Poroschenko beriet sich in Brüssel zugleich mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Die EU unterstützt das Land mit Finanzhilfen in Milliardenhöhe.

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