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Schweiz Steuerabkommen verzögert sich

Das Schweizer Parlament hat das Steuerabkommen mit Deutschland angenommen. Wie es allerdings eingeführt wird, bleibt offen. Ein entsprechendes Gesetz wurde abgelehnt. Außerdem müssen noch die betroffenen Länder entscheiden.

Die deutschen Milliardäre in der Schweiz
Sebastian VettelRegelmäßig listet das Schweizer Wirtschaftsmagazin "Bilanz" die reichsten Eidgenossen auf. Unter den Top 300 sind in schöner Regelmäßigkeit viele Schweizer mit ausländischem Pass. Jeder fünfte der Multimillionäre hat deutsche Wurzeln. So auch der jüngste deutscher Neueinsteiger in der Schweizer „Bilanz“-Reichenliste: Der vierfache Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel (27) kommt auf ein geschätztes Vermögen von 100 bis 150 Millionen Franken. Quelle: dpa
Hans-Peter WildDen größten Schnitt hat 2013 Hans-Peter Wild (73) gemacht, der Erfinder der Capri-Sonne: Für 2,3 Milliarden Euro schluckte der US-Riese Archer Daniels Midland (ADM) den Aromahersteller Wild Flavors, an dem Wild noch mit zwei Dritteln beteiligt war. Quelle: dpa
Georg BauNach amerikanischem Vorbild errichtete Heinz Georg Baus (80) 1960 den ersten deutschen Baumarkt. Seither klingeln die Kassen und das Unternehmen expandiert mit oft riesigen Baumärkten, inzwischen auch in seiner Wahlheimat Schweiz. Oft sind die Immobilien der Bauhaus-Filialen mit bis zu 29.000 Quadratmetern im Eigentum des medienscheuen Unternehmers. In der Bilanz-Rangliste wird Baus mit einem Vermögen zwischen 3,5 und vier Milliarden Franken geführt. Quelle: Pressebild
Familie Theo MüllerTheo Müller (74) ist alleiniger Inhaber der "Unternehmensgruppe Theo Müller". Begonnen hatte alles mit einer kleinen Dorfmolkerei, die 1896 in Bayern von Ludwig Müller gegründet wurde. Zwei Generationen später übernahm Theo Müller den Betrieb und baute ihn von vier Mitarbeitern bis zum heutigen Konzern aus. Das Gesamtvermögen der Familie wird auf zwei bis drei Milliarden Schweizer Franken geschätzt. Müllers Nahrungsmittelkonzern soll jedoch noch im auslaufenden Jahr mehr als fünf Milliarden Euro Verkaufserlöse schaffen. Quelle: dpa/dpaweb
Karl-Heinz KippDer Bau-Guru und deutsche Milliardär Karl-Heinz Kipp besitzt neben diversen Schweizer Nobelhotels wie dem Carlton in St. Moritz oder dem Eden Roc in Ascona einige Wolkenkratzer in New York. Aber auch der zweitgrößte Handelskonzern Europas, die Metro Group, ist Pächter von diversen Warenhäusern aus der Immobilienlandschaft des Tycoon. Das Vermögen seiner Familie wird auf vier bis fünf Milliarden Franken taxiert. Quelle: PR
Die Wella-ErbenImmo Ströher ist der Urenkel des Friseurmeisters und Gründers von Wella Franz Ströher. Er gilt als derjenige, der gegen den Strom schwimmt, da er sich durch den Abtritt des Wella-Konzerns an Procter & Gamble, sowie seine zahlreichen Investitionen in erneuerbare Energien, komplett aus der Haarpflege-Sparte zurückgezogen hat. Das Gesamtvermögen der Wella-Erben wird auf knapp unter fünf Milliarden Franken geschätzt. Quelle: dpa/dpaweb
Familie August von FinckDie Familie, bestehend aus August Baron von Finck mit seiner Gattin Francine Baronin von Finck sowie drei Söhnen und einer Tochter verwaltet ihr Vermögen durch diverse Beteiligungen und Immobilien. Sohn Luitpold Ferdinand von Finck ist Präsident im Verwaltungsrat der Mövenpick Hotels & Resorts. Das Gesamtvermögen der Familie wird auf fünf bis sechs Milliarden Schweizer Franken geschätzt. Quelle: dpa

Die Schweiz hat das Steuerabkommen mit Deutschland, Großbritannien und Österreich gebilligt. Das Abkommen mit Deutschland wurde im Nationalrat mit 108 gegen 81 Stimmen akzeptiert. Die große Kammer des Schweizer Parlaments lehnte allerdings das Gesetz über die internationale Quellenbesteuerung, das die Umsetzung regelt, knapp ab.

Bei dem Steuerabkommen geht es vor allem um die Abgeltungssteuer, die gewährleisten soll, dass andere Staaten die ihnen zustehenden Steuergelder erhalten. Die Schweiz pochte darauf, ihr Bankgeheimnis behalten zu können.

Die Ablehnung kam zustande, weil sie die beiden größten Fraktionen - die der SVP und der SP - gegen das Gesetz zur Umsetzung stemmten. Die Entscheidung war denkbar knapp: 89 Stimmen dagegen, 85 Stimmen dafür, bei 5 Enthaltungen ab. Die Kritiker befürchten, dass durch das Abkommen, der Schweizer Finanzplatz geschwächt werde. Der Tagesanzeiger zitiert Christoph Blocher von der SVP, der das Abkommen als "unannehmbar" und für "einen freien Schweizer" als "unannehmbar und entwürdigend" bezeichnet.

Nun muss die zweite Kammer, der Ständerat, die Verträge noch einmal beraten. Am Dienstag hatte der Ständerat die Verträge mit großer Mehrheit angenommen.

Hinweis der Redaktion: Die Nachrichtenagentur Reuters hat zunächst die Ablehnung des Schweizer Parlaments vermeldet, später diese Angaben jedoch wieder korrigiert.

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