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Schweizerische Nationalbank Frankreich nagelt die Schweiz ans Marterhorn

Sein Land sei pleite, sagt der französische Arbeitsminister Michel Sapin. Eine unbequeme Wahrheit, auch für die Schweizerische Nationalbank (SNB). Sie hat zur Stützung des Euro massiv in französische Staatsanleihen investiert.

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Was die Deutschen mit Frankreich verbinden
Was die Deutschen mit den Franzosen verbindenAm 22. Januar jährt sich der Elysee-Vertrag zum 50. Mal. Aus diesem Anlass hat die Deutsche Botschaft am Montag in Paris das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage vorgestellt. Die Frage lautete: Welches Bild haben die Franzosen von den Deutschen und umgekehrt? Ein kurzer Überblick, über die Begriffe, mit denen die Deutschen den französischen Nachbarn identifizieren. Quelle: dpa
Wir Deutschen erinnern uns gerne an die Dinge, die in der langen Beziehung mit Frankreich über den Rhein zu uns kamen: Vor allem an die französische Küche. Egal ob Käse, Austern (im Bild) oder Coq au Vin - La cuisine francaise zählt zu den Begriffen, die am häufigsten bei der Umfrage genannt wurden. Quelle: REUTERS
Die Baguette wurde bei 27 Prozent der Befragten am häufigsten genannt.
Auch an Wein denken die Deutschen besonders häufig, nämlich 32 Prozent der Befragten. Nicht verwunderlich: Weine aus Frankreich dominieren den Weltmarkt. Im Bild: Eine Degustation in Beaune, im Weingebiet Burgund. Quelle: REUTERS
Auch oft genannt: Der Eiffelturm, das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt. 37 Prozent der Befragten dachten spontan als erstes an dieses Monument aus Stahl und Schrauben, das im 19. Jahrhundert gebaut wurde. La Tour Eiffel zählt zu den größten Touristenmagneten der Stadt. Quelle: Reuters
Auf dem ersten Platz: Die Hauptstadt Paris, die bei 56 Prozent der Befragten als erstes genannt wird. Das wirtschaftliche und politische Zentrum Frankreichs verbindet wie wenige Hauptstädte auf der Welt die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Landes. Der Arc de Triomphe und das Büroviertel La Défense (beides im Bild) sind ein gutes Beispiel dafür. Quelle: REUTERS

Soviel Ehrlichkeit verblüfft. In einem Rundfunk-Interview teilte der französische Arbeitsminister Michel Sapin unlängst mit, dass er den französischen Staat für “total bankrott” hält. Reiche Franzosen haben das schon geahnt und schaffen ihr Vermögen ins Ausland, während die Hoffnungsindustrie der kleinen Leute Rekordumsätze vermeldet. So berichtet die staatliche Lotteriegesellschaft La Française des Jeux (FDJ) für 2012 über einen Anstieg der Spielumsätze um gut sechs Prozent auf 12,1 Milliarden Euro. Die FDJ ist die weltweit drittgrößte Lotterie.

Wohin man auch blickt derzeit in Frankreich, überall kommen Probleme ans Licht, ob in der Rentenkasse, der Arbeitslosenversicherung oder und Militärhaushalt – Ansprüche und Leistungen sind zu hoch, die Beiträge aber zu gering und der Staat kaum mehr in der Lage, diese Löcher zu stopfen. Der fortschreitende Verfall der französischen Industrie verschlimmert die Situation zusätzlich. 1999 lag der Anteil Frankreichs am weltweiten Exportvolumen noch bei sieben Prozent, heute sind es gerade noch drei Prozent – Tendenz fallend.

Wenn es in den vergangenen Jahren Wachstum gab, waren dafür meist öffentliche Ausgaben verantwortlich. Aus der Privatwirtschaft kommen schon lange keine Wachstumsimpulse mehr. Weite Teile der französischen Industrie liegen brach und sind nicht wettbewerbsfähig. Den Unternehmen fehlen die Gewinne um Investitionen in neue Anlagen oder Technologien zu stemmen

Euro-Treue Deutschlands wird auf eine harte Probe gestellt

Wettbewerbsschwächste Länder der Welt
Platz 135 (von 144): SwazilandDer Subsahara-Staat zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Der Großteil der Bevölkerung muss mit weniger als einem Euro am Tag auskommen. Im Vergleich zum Vorjahr rutscht Swaziland nochmals um einen Rang nach unten. Quelle: dpa
Rang 136 (von 144): Timor-Leste (Osttimor)Die Vereinten Nationen listen Timor-Leste als das zweitärmste Land Asiens. Quelle: REUTERS
Rang 137: LesothoDie größten Probleme hin zu einem wettbewerbsfähigen Staat sind für das südafrikanische Königreich der nicht vorhandene Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten, Korruption, sowie Diebstahl und Verbrechen. Quelle: AP
Platz 138: MosambikDas Land leidet nach wie vor unter einer massiven öffentlichen Verschuldung, zweistelligen Inflationsraten und nahezu nicht vorhandener Infrastruktur. Im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert sich das afrikanische Land um fünf Plätze (133). Quelle: REUTERS
Rang 139: TschadDas Land ist in Folge jahrelanger Bürgerkrieg ausgemergelt. Es gibt kaum befestigte Straßen, die Wasserversorgung ist nur rudimentär ausgebaut. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Situation im Land kaum verbessert. Quelle: dpa
Rang 140: JemenDas Gesundheitssystem des Landes hat in den letzten Jahren Fortschritte gemacht, doch noch immer ist es deutlich unterentwickelt. Weniger als die Hälfte der Bevölkerung ist an das Stromnetz angeschlossen. Quelle: dapd
Rang 141:Guinea Der afrikanische Staat bietet Geschäftstreibenden nahezu keine Möglichkeit der Finanzierung. Straßen, Stromnetz und andere wichtige Infrastrukturen sind nur rudimentär vorhanden. Die Korruption ist allgegenwärtig. Quelle: dapd

Obwohl sich das Land seinen üppigen Wohlfahrtsstaat schon lange nicht mehr leisten kann, will Finanzminister Pierre Moscovici am französischen Modell festhalten. Das geht theoretisch aber nur, wenn Geld von außen kommt. Genau aus diesem Grund war Moscovici vor wenigen Wochen zu Gesprächen über eine gemeinsame Arbeitslosenversicherung in Berlin. Je tiefer die sozialistische Regierung den Karren in den Dreck fährt, desto mehr wird sich Berlin mit europäischen Umverteilungsfantasien aus Paris konfrontiert sehen.

Fakten zu François Hollande

Frankreich wird mit seiner ökonomischen Bruchlandung aber nicht nur die Euro-Treue Deutschlands auf eine harte Probe stellen. Auch die Schweiz droht mit hereingezogen zu werden in die Krise. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) stieg nämlich wegen ihrer massiven Aufkäufe von Euro zur Durchsetzung eines Mindestkurses von 1,20 Franken pro Euro zum weltweit größten Hedgefonds auf. Die Bilanzsumme der SNB ist inzwischen auf fast 500 Milliarden Schweizer Franken, umgerechnet gut 400 Milliarden Euro, angeschwollen. Das entspricht rund 90 Prozent der Wirtschaftsleistung der Eidgenossenschaft. Etwa die Hälfte ihrer Aktiva hält die SNB in Anlagen, die auf Euro lauten. Einen Großteil dieser Euro haben den Weg in die Bilanz der SNB gefunden über den Kauf französischer Staatsanleihen.

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Solange Deutschland dem Euro die Treue hält und damit Frankreich strategisch abschirmt, bliebe das Risiko für die Schweiz überschaubar. Das änderte sich schlagartig beim Ausbruch einer Staatsschuldenkrise in Frankreich. Kommt es anschließend gar zu einer Fluchtbewegung aus der gesamten Eurozone, weiteten sich die Verluste der SNB weiter aus. Das Ergebnis wäre eine Staatskrise in der Schweiz.

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