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Situation weiter brenzlig Merkels verlangt von Griechen noch mehr Reformen

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Griechenlands Chancen liegen im Tourismus

Ein Mann läuft an den Sicherheitskräften vorbei. Das Sicherheitsaufgebot wurde aufgrund des Besuches der Kanzlerin in Griechenlands Hauptstadt verstärkt. Etliche Proteste und Demonstrationen waren angekündigt worden. Quelle: dpa

Beispiel Lohnstückkosten: Die haben sich so entwickelt, dass es eine reale Chance für die Griechen gebe, wettbewerbsfähig zu werden. Landwirtschaft und Tourismus sieht die Bundesregierung als Fundament der Entwicklung, hier gibt es eine gute Ausgangslage. 2013 war das seit langem beste Jahr für die griechische Tourismusbranche.

Als Katastrophe empfindet die Kanzlerin die hohe Arbeitslosigkeit. Ihr Rezept: Geduld. Zuerst muss das Vertrauen zurückkehren, dann das Wachstum kommen - so werde auch die Beschäftigungslage besser, wenn auch nicht von heute auf morgen, hoffen die Deutschen.

Vieles ist in Griechenland teurer geworden - und das bei der hohen Arbeitslosigkeit. Immer noch gibt es zu wenig Wettbewerb, der Regierungsapparat ist zu behäbig, zu langsam. Die Griechen brauchen Wettbewerb, Zugang, mehr Offenheit, meint die Kanzlerin.

Und die vermaledeite Kreditklemme soll endlich gelöst werden - einen Hebel dazu sehen die Deutschen in einer gemeinsamen Förderbank für die Wirtschaft. Einen ersten Baustein dazu hat die Kanzlerin im Gepäck: Berlin stellt 100 Millionen Euro als Globaldarlehen zur Verfügung.

Europa



Aus Sicht griechischer Analysten profitieren aber nicht nur die Griechen von der Visite. Vor der Europawahl am 25. Mai wollten Merkel und Samaras zeigen: Die Anstrengungen und unpopulären Sparmaßnahmen der vergangenen vier Jahre haben sich gelohnt. Dennoch forderte die Kanzlerin, dass die Griechen nun am Ball bleiben.

Für die Griechen zeichnet sich ein Hoffnungsschimmer ab - sie konnten am Vortag erstmals seit 2010 wieder Staatsanleihen platzieren und rund drei Milliarden Euro von den Märkten für eine fünfjährige Laufzeit für 4,75 Prozent Zinsen bekommen.

Samaras braucht Merkels Unterstützung dringend, die Stimmung in der Bevölkerung ist desolat. 27 Prozent der Griechen sind arbeitslos. Ihnen bringt der erfolgreiche Marktgang nur wenig.

„Ich habe keine Arbeit. Meine zwei Kinder auch nicht. Wir leben vom Lohn meiner Frau. Das sind 780 Euro“, sagte Stelios Sarantis, ein arbeitsloser Maurer. Gegen Merkel demonstrieren will Sarantis aber nicht.

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