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Spanien Rajoy hofft auf engen Draht nach Berlin

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Spanien will unter allen Umständen im Euro bleiben

Die Börse in Madrid zeigte sich vom hohen Gewinn der konservativen Volkspartei unbeeindruckt - am Montag gab der Wert des Leitindexes IBEX 35 um 2,5 Prozent nach. Quelle: dapd

Später allerdings versagte Aznar in einem Akt der Großmannssucht der Allianz mit Deutschland die Treue, als er während des Irakkriegs sich auf Seiten der USA und Großbritanniens schlug. Heute wendet sich Aznars Zögling Mariano Rajoy wieder gebannt nach Berlin, auch um den Deutschen die Idee eines Kerneuropas auszureden.

Zahlreiche Analysten und Experten aus Spanien haben in den letzten Tagen die Iberer daran erinnert, wie der einstige Vorsitzende der CDU/CSU Bundestagsfraktion Wolfgang Schäuble in den Neunziger Jahren die Idee eines Kerneuropas favorisierte. Dieses Europa der zwei Geschwindigkeiten, wie es die Spanier nennen, umfasst Frankreich, Deutschland und die Beneluxländer - und sollte Spanien außen vor lassen.

Eine Horrorvorstellung für jede spanische Regierung gleich welcher Coleur. Spanien will in der Währungsunion bleiben, koste es, was es wolle. Die Spanier haben dafür am Sonntag der Volkspartei per Wahlstimme die absolute Mehrheit geschenkt. Einige Politiker der Volkspartei sprechen sich nun gar für eine Umgehung des Verfahrens für die Ministerpräsidentenwahl im Parlament aus. Man müsse darüber nachdenken, ob man dem Wahlsieger nicht schon sofort volle Befugnisse übertragen könne, so ein gewählter Abgeordneter der Volkspartei. Denn der Wahlsieger Mariano Rajoy könnte nach gültigem Verfahren erst nach der ersten konstituierenden Sitzung zum Ministerpräsidenten ernannt werden – frühestens in einem Monat. Doch die Märkte warten nicht so lange. Diese haben schon am Montagmorgen ihr Urteil gefällt – der spanische Leitindex IBEX gab um 2,5 Prozent nach.

Noch ist Rajoy nicht bereit, die weiße Flagge zu hissen: Was ich von einem Kerneuropa halte? Das ist für alle sehr schlecht. Ich möchte im Euro bleiben.

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