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Spanien vor der Wahl Liberaler Shootingstar klingt wie spanischer Christian Lindner

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Trunken vom kometenhaften Aufstieg

Für Ciudadanos zu stimmen, warnen deswegen die PP-Leute in diesen Tagen landauf und landab, könne dem Sozialisten Pedro Sánchez das Tor in den Regierungspalast La Moncloa öffnen – und den wirtschaftlichen Aufschwung beenden. Ciudadanos werde die konservative PP unterstützen, wenn diese auch nur eine Stimme mehr als die PSOE erhalte, wettert dagegen Sozialistenchef Sánchez. Gleichzeitig schlug er Rivera und Podemos-Chef Iglesias am vergangenen Wochenende einen „Pakt gegen die PP“ vor: Als Regierungschef werde er, Sánchez“, ein Bündnis mit allen willigen Parteien schmieden.

Nun wird gewählt: Regierungschef Mariano Rajoy, Sozialist Pedro Sánchez, der Chef der linken Protest-Partei

Das erinnert an das portugiesische „Modell“. In Lissabon regieren neuerdings die Sozialisten, nachdem die Konservativen bei den Wahlen Anfang Oktober zwar als stärkte Partei abschnitten, aber die Mehrheit verfehlten. Alle anderen Parteien im Parlament taten sich trotz zum Teil erheblicher Unterschiede zusammen, um den Regierungswechsel herbeizuführen.

Trunken vom Aufstieg

Pakt klingt gut, aber nicht mit ihm als Juniorpartner, ließ Rivera per Zeitungsinterview wissen. Trunken von dem kometenhaften Aufstieg der vergangenen Monate, wagte der 36-Jährige eine steile Wahlkampfaussage: „Ich garantiere, dass wir weder in eine Regierung unter Sánchez noch unter Rajoy eintreten.“ Nein, Rivera will selbst Premier werden. „Verwegen“ ist das höflichste Adjektiv, das politische Beobachter für dieses Ansinnen finden. Schließlich war Riveras Partei bisher noch nicht einmal im Parlament vertreten, er selbst hat keinerlei Erfahrung auf internationaler politischer Bühne. Er hat ein paar renommierte Leute in sein Team geholt wie Luis Garicano. Der Professor an der London School of Economics wird als Wirtschaftsminister gehandelt.

Europa



IE-Professor Fernández geht davon aus, dass Rivera wortbrüchig wird. Eine Regierungsbeteiligung sei die beste Möglichkeit, Erfahrung für die nächste Wahl zu sammeln. „Er wäre ungeschickt, sie nicht zu nutzen.“

Gleich nach der Wahl geht Spanien erst einmal in den Weihnachtsurlaub, Politiker inklusive. Ein wenig politische Weisheit auf dem Gabentisch wäre gut.

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