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Spekulation um EU-Topjob Merkel soll EZB-Vorsitz längst anderweitig versprochen haben

Hinterzimmerdeal? Angela Merkel soll den EZB-Vorsitz dem Finnen Liikanen versprochen haben Quelle: REUTERS

Montag soll das Personaltableau für die EU stehen. In Brüssel wird gerätselt, wer bei den Topjobs zum Zuge kommen wird. Brisante Spekulation: Merkel soll dem Finnen Liikanen den EZB-Präsidentenposten versprochen haben.

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Bevor sich die Staats- und Regierungschefs in der Nacht von Sonntag auf Montag auf ein Personaltableau für die EU einigen, kursieren in Brüssel zahlreiche Spekulationen, wer bei den Topjobs zum Zuge kommen wird. Eine Spekulation ist besonders brisant: Bundeskanzlerin Angela Merkel soll dem Finnen Erkki Liikanen die Nachfolge von Mario Draghi an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) versprochen haben. „Merkel will damit auf Beschwerden der nordeuropäischen Länder eingehen, die in der Vergangenheit bei der Postenbesetzung leer ausgegangen sind“, heißt es aus EU-Kreisen.

Nachdem die dänische EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager nicht mehr im Rennen um das Amt als Kommissionspräsidentin ist, fehlt es an aussichtsreichen Kandidaten aus dem Norden Europas. Süd- und Mitteleuropäer sind aktuell deutlich besser vertreten. Luis De Guindos etwa, der Vizepräsident der EZB, kommt aus Spanien.

Pikant ist das Gerücht, weil Merkel demnach den Bundesbank-Präsidenten Jens Weidmann nicht stützen würde. Merkel hat sich öffentlich nie für Weidmann ausgesprochen – ganz im Gegensatz zum Spitzenkandidaten Manfred Weber (CSU), den Merkel mitgetragen hat. Es würde jedoch ins Bild passen, dass Merkel keinen deutschen Kandidaten stützt, sondern einen Vertreter eines anderen EU-Mitgliedslandes, der deutsche Positionen vertritt. Mit der Methode ist sie in der Vergangenheit gut gefahren. Liikanen gilt als gemäßigter Falke, und wäre für südeuropäische Länder eher akzeptabel als Weidmann, der sich mit seiner offenen Kritik der EZB-Geldpolitik viele Feinde gemacht hat.

Mit Liikanen würde ein sehr erfahrener Notenbanker an die Spitze der EZB rücken. Der 68jährige leitete von 2004 bis 2018 die finnische Notenbank und gehörte somit dem EZB-Rat an. Davor war der Sozialdemokrat Finanzminister und EU-Kommissar seines Landes. Mehrere EU-Mitgliedsstaaten haben betont, dass sie sich einen Banker mit Erfahrung für die Position wünschen.

Liikanen würde einen französischen EZB-Präsidenten wie François Villeroy de Galhau verhindern. Liikanen wäre relativ alt für den Posten, am Ende der achtjährigen Amtszeit wäre er 77. Der passionierte Läufer gilt jedoch als sehr fit.

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