WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Spendenaffäre Französische Rechte steht vor dem Abgrund

Das Psychodrama um die Parteispitze der UMP nimmt kein Ende. Gleichzeitig muss Ex-Führungsfigur Sarkozy vor einem Untersuchungsrichter aussagen. Es geht um Briefumschläge mit Bargeld im Hause einer Milliardärin.

Ehemaliger Staatschef Sarkozy steht im Verdacht, seinen Wahlkampf 2007 mit illegalen Geldern aus dem Milliardenvermögen der Familie um L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt finanziert zu haben. Ehemalige Mitarbeiter aus dem Hause der heute 90-Jährigen haben Aussagen gemacht, die diesen Verdacht nahelegen. Beweisen lassen sich die Vorwürfe bislang nicht. Quelle: dapd

Die frühere französische Regierungspartei UMP versinkt endgültig im selbstzerstörerischen Chaos. Am Donnerstag musste der frühere Staatschef und Führungsfigur der Partei erstmals in der Bettencourt-Affäre vor dem zuständigen Untersuchungsrichter in Bordeaux aussagen.

Dieser geht unter anderem dem Verdacht nach, dass Sarkozy seinen Wahlkampf 2007 mit illegalen Geldern aus dem Milliardenvermögen der Familie um L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt finanziert haben könnte. Ehemalige Mitarbeiter aus dem Hause der heute 90-Jährigen haben Aussagen gemacht, die diesen Verdacht nahelegen.

Die 10 Gebote für die Euro-Zone

In Sachen Beweise heißt es bislang allerdings „Fehlanzeige“. Sarkozy und auch seine damaligen Mitstreiter weisen die Anschuldigungen brüsk zurück. Nie habe er auch nur einen Euro illegal angenommen, beteuert beispielsweise Eric Woerth, der sich im Präsidentschaftswahlkampf um die Kampagnenfinanzierung kümmerte. Bettencourt leidet unter Gedächtnisproblemen und steht mittlerweile unter dem Vormund eines Enkels. Sie gilt als nicht vernehmungsfähig.
Wie es mit Sarkozy und der UMP weitergeht, ist derzeit völlig unklar. Der zuständige Untersuchungsrichter Jean-Michel Gentil wollte sich am Donnerstag zunächst nicht zu der Befragung Sarkozys äußern. Im Streit um die von Manipulationsvorwürfen überschattete Urabstimmung über den UMP-Vorsitz soll jetzt eine parteiinterne Berufungsinstanz eine Entscheidung treffen - unter Beobachtung des als neutral geltenden Ex-Außenministers Alain Juppé.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%