Stabilitätspakt OECD-Generalsekretär fordert mehr Flexibilität beim Stabilitätspakt

Exklusiv

José Angel Gurría, Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, fordert mehr Flexibilität beim Europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt.

Angel Gurría Quelle: dpa

„Der Pakt muss seine Zähne zeigen. Allerdings muss er im Nachgang einer großen Krise auch die notwendige Flexibilität bieten“, sagte Gurría im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Jede Entscheidung muss auf Basis ökonomischer Vernunft und verbindlich ausgehandelter Bedingungen für die betroffenen Länder getroffen werden. Willkürliche Entscheidungen, die unter politischem Druck entstehen, müssen wir vermeiden“, mahnt Gurría.

Die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert sich immer weiter, warnt José Angel Gurría. „In den ersten drei Krisenjahren nahm die Ungleichheit stärker zu als in den zwölf Jahren zuvor. Im Durchschnitt der OECD-Länder verdienen die obersten zehn Prozent der Bevölkerung heute 9,5 Mal so viel wie die untersten zehn Prozent“, stellt Gurría im Interview mit der WirtschaftsWoche fest.

Bürger der Vereinigten Staaten hätten besonders darunter zu leiden, betont Gurría: „In den USA sind die Auswirkungen dieser Entwicklung deutlich spürbar. Dort gibt es nicht den europäischen Wohlfahrtsstaat.“ Der OECD-Generalsekretär sei deshalb „glücklich“, dass US-Präsident Barack Obama erklärt habe, der Kampf gegen die Ungleichheit sei das wichtigste Thema seiner verbleibenden Amtszeit.

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