Standard & Poor's Peinliche Falschmeldung zu Frankreichs Bonität

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat eine Mitteilung an seine Kunden verschickt, wonach Frankreich herabgestuft würde. Erst eineinhalb Stunden später wurde der Fehler korrigiert. Frankreich fordert Konsequenzen.

Standard & Poor's Quelle: dpa

Die Märkte haben nach Fortschritten in Griechenland und Italien am Donnerstag erstmals aufgeatmet, da unterläuft Standard & Poor's (S&P) ein peinlicher Fehler: Die Ratingagentur verschickte eine Mitteilung an einige Kunden, wonach das Land seine Top-Bonität verloren habe. Erst anderthalb Stunden später wurde die irrtümliche Herabstufung der französischen Kreditwürdigkeit korrigiert. Die französische Börsenaufsicht AMF leitete eine Untersuchung der Vorfalls ein.

Welche Staaten wackeln
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ArgentinienFür argentinische Staatsanleihen zahlen Anleger enorm hohe Risikoprämien. Das Land war schon einmal praktisch pleite. Im Jahr 2001 stellte Argentinien die Zahlung seiner Auslandsschulden ein. Die lagen damals bei 170 Mrd. Dollar. Die Folge: Der Peso verlor an Wert, Kapital floss ins Ausland ab, die Wirtschaft schrumpfte. Jahre später ist das Misstrauen der Anleger gegenüber dem Land unter Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner (Foto) immer noch groß. CDS-Risikoprämie: 7,66 Prozent Rating (S&P): B Quelle: REUTERS
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Wie die US-Ratingagentur am Donnerstag mitteilte, wurde wegen eines technischen Fehlers eine automatische Mitteilung an Abonnenten ihrer Internetseite Global Credit Portal verschickt, wonach das Rating für Frankreich geändert worden sei. S&P betonte, dies sei nicht der Fall. Frankreich behalte seine Top-Bonität von „AAA“ mit einem stabilen Ausblick.

Ratingagentur korrigiert Fehler erst anderthalb Stunden später

Die Mitteilung wurde um 9.57 Uhr (Ortszeit USA) verschickt mit der Überschrift „DOWNGRADE“ und einer Verknüpfung zu den Ratings für Frankreich. Jeder, der den Link angeklickt hätte, hätte aber gesehen, dass die Bestnote für Frankreich nicht geändert worden sei, sagte S&P-Sprecher Martin Winn in London. Eine weitere Mitteilung, in der der Irrtum aufgeklärt und die französische Top-Bonität bestätigt wurde, ging um 11.30 Uhr an die Kunden. Der Fehler werde untersucht, erklärte S&P.

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