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Terror in Brüssel Zwei Verdächtige in Deutschland festgenommen

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De Maizière macht Druck in Brüssel

+++Brüssel setzt die Alarmstufe herab+++

Belgien setzt die höchste Alarmstufe um einen Schritt herunter. Das teilen die belgischen Behörden am Donnerstagabend mit.

+++De Maizière macht Druck in Brüssel+++

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ist am Donnerstag zu einem Sondertreffen nach Brüssel gereist und kritisiert die Sicherheitsbehörden: „Viele nationale Behörden wollen nicht mit allen anderen ihre Informationen teilen. Diese Mentalität muss man ändern.“ Auch Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner sieht Handlungsbedarf. Zwar funktioniere die Zusammenarbeit auf polizeilicher Ebene gut, sagte sie. Bei den Geheimdiensten hapere es aber. Sie plädierte für eine Datenbank, in die EU-Staaten Informationen eintragen und in Echtzeit abrufen könnten.

De Maizière drängte auch auf Fortschritte beim im Grundsatz bereits vereinbarten Austausch von Fluggastdaten zwischen den EU-Staaten und bei deren Speicherung. Unterhändler von EU-Staaten und Europaparlament hatten sich im vergangenen Jahr darauf verständigt, dass persönliche Daten von Fluggästen wie Name, Kreditkartennummer und Essenswünsche künftig auf Vorrat gespeichert werden. „Das Europäische Parlament muss dringend in den nächsten Sitzungswochen seinen zustimmenden Beschluss (...) treffen“, drängte der Minister.

+++Bis Sonntag keine Passagierflüge+++

Wegen der Terrorangriffe in Brüssel werden bis einschließlich Sonntag keine Passagierflüge am dortigen Flughafen Zaventem starten oder landen. Das teilte der Flughafen am Donnerstag mit. Einige Reisende könnten ihr vor den Anschlägen eingechecktes Gepäck und ihr Handgepäck abholen - dies gelte aber nur für Passagiere aus Maschinen, die sich zum Zeitpunkt der Explosionen bereits auf dem Rollfeld befanden. Eine Liste dieser Flüge sollte auf der Homepage des Airports veröffentlicht werden. Die Fluggesellschaft Brussels Airlines, an der die Lufthansa mit 45 Prozent beteiligt ist, nimmt ihren Flugbetrieb wieder auf. Allerdings würden von den Flughäfen in Antwerpen und Lüttich am Donnerstag nur 15 kleine Maschinen und zwei größere Flugzeuge eingesetzt, teilt die Fluggesellschaft mit. Damit bleiben die meisten der insgesamt 50 Flugzeuge weiter am Boden.

Explosionen mit Toten und Verletzten in Brüssel
Schwarzer Rauch steigt vom Brüsseler Airport Zaventem auf. Quelle: REUTERS
Rettungskräfte sind am Airport zu sehen. Zu den Opferzahlen gibt es widersprüchliche Berichte, die Lage ist unübersichtlich. Foto: REUTERS/Francois Lenoir Quelle: REUTERS
Ein Notfall-Plan sei aktiviert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Quelle: REUTERS
Am Flughafen sind viele zerbrochene Fenster zu sehen. Quelle: REUTERS
Die Staatsanwaltschaft geht Medienberichten zufolge von einem Selbstmordanschlag aus. Quelle: REUTERS
Das Terminal von Zaventem wurde evakuiert. Quelle: dpa
Eine Luftaufnahme des Flughafen Zaventem in Brüssel Quelle: dpa

+++Belgische Minister bieten Rücktritt an+++

Nach den Terroranschlägen in Brüssel und möglichen Fahndungspannen gerät die belgische Regierung unter Druck: Zwei wichtige belgische Minister boten am Donnerstag ihren Rücktritt an. Innenminister Jan Jambon und Justizminister Koen Geens stellten ihre Ämter zur Verfügung, wie ihre Büros der Nachrichtenagentur Belga bestätigten. Nach Berichten mehrerer belgischer Medien lehnte Premierminister Charles Michel die Rücktrittsgesuche ab. Am Vortag war bekanntgeworden, dass die Türkei nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bereits im Juli 2015 warnte, einer der späteren Attentäter sei ein „ausländischer terroristischer Kämpfer“. Es handelt sich um Ibrahim El Bakraoui, den die belgischen Behörden aber auf freiem Fuß ließen. Er hatte sich am Dienstag am Brüsseler Flughafen in die Luft gesprengt.

+++IS bekennt sich in Video zu den Anschlägen+++

Die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekennt sich zu den Anschlägen in Brüssel. In einem Video, das über soziale Netzwerke verbreitet wurde, haben die Terroristen ihre Anhänger zum Heiligen Krieg aufgerufen. Sie benennen darin Belgien als Mitglied der Koalition im Nahen Osten zur Bekämpfung fundamentalistischer Kräfte.

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