+++Terror in Paris++++ Frankreich greift IS-Hochburg an

Frankreich verübt Vergeltung für Paris, indem es die IS-Hochburg Rakka attackiert. Aus dem Irak kommen Informationen, wonach 24 Stunden vor dem Anschlag vor einer Attacke gewarnt wurde. Die Ereignisse im Überblick.

"Frankreich hat zur Expansion des Terrorismus beigetragen"
Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras hat die Terroranschläge von Paris als „Barbarei“ verurteilt. „Wir vereinigen alle unsere Kräfte und stärken die Solidarität mit dem französischen Volk“, sagte Tsipras am Samstag in einer Fernsehansprache an das griechische Volk. „Es ist unser aller Pflicht, die Werte des Humanismus und der Freiheit zu beschützen.“ Europa werde „ein Land der Freiheit und der Demokratie bleiben“, fügte Tsipras hinzu. Quelle: AP
Der syrische Machthaber Baschar al-Assad hat den Westen für die Ausbreitung des Terrors mitverantwortlich gemacht. Die Terrorangriffe seien untrennbar damit verbunden, was seit fünf Jahren in Syrien passiere, sagte Assad der amtlichen Nachrichtenagentur SANA zufolge am Samstag bei einem Treffen mit einer Delegation französischer Politiker und Medienvertreter. „Die fehlgeleitete Politik der westlichen Staaten, vor allem Frankreichs (...) haben zur Expansion des Terrorismus beigetragen“, sagte Assad. Quelle: AP
Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: AP
Bundespräsident Joachim Gauck sagte, die Trauer macht am Rhein nicht halt. „Aus unserem Zorn über die Mörder müssen Entschlossenheit und Verteidigungsbereitschaft werden. Auch dabei stehen wir an der Seite der Franzosen.“ Er betonte: „Die Terroristen werden nicht das letzte Wort haben.“ Quelle: dpa
Nach den Anschlägen in Paris hat der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy dem Terrorismus den Kampf angesagt. „Sie können uns Schaden zufügen, sie werden uns aber nicht besiegen“, sagte der konservative Regierungschef in einer Rede in Madrid. Mit fester Stimme fügte Rajoy im Regierungspalast Moncloa an: „Heute sind wir alle Frankreich!“  Quelle: dpa
Frankreichs Präsident Francois Hollande Quelle: AP
US-Präsident Barack Obama Quelle: REUTERS
US-Außenminister John Kerry Quelle: AP
Bundespräsident Joachim Gauck Quelle: dpa
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon Quelle: REUTERS
Großbritanniens Premierminister David Cameron Quelle: AP
Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi Quelle: REUTERS
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg Quelle: AP
Bundesinnenminister Thomas de Maiziere Quelle: dpa
Russland hat sich schockiert über die Anschläge geäußert. Quelle: AP
Papst Franziskus hat bestürzt und tief betroffen auf die Terroranschläge von Paris reagiert. „Wir sind erschüttert von dieser neuen Demonstration irrsinniger terroristischer Gewalt und des Hasses, die wir gemeinsam mit dem Papst auf die radikal möglichste Art und Weise verurteilen“, sagte Papst-Sprecher Federico Lombardi. „Wir beten für die Opfer und für das gesamte französische Volk“, ergänzte er. „Es handelt sich um einen Angriff auf den Frieden der gesamten Menschheit, der eine entschlossene uns solidarische Reaktion von uns allen verlangt.“ Quelle: dpa
  • Bei mehreren Attentaten in Paris wurden am späten Freitagabend 132 Menschen getötet und mehr als 350 verletzt. Ein Deutscher ist unter den Opfern.
  • Am Sonntagabend kam es zu einer Massenpanik am Platz der Republik - das erwies sich allerdings als Fehlalarm.
  • Nach Einschätzung der französischen Ermittler ist einem der drei Terrorkommandos die Flucht gelungen. Nach dem wird nun in Belgien gefahndet.
  • Frankreich hat unterdessen eine IS-Hochburg im syrischen Rakka angegriffen.

+++07.30 Uhr+++

In ganz Europa soll am Montag an die Opfer der Terroranschläge vom vergangenen Freitag in Paris gedacht werden. Die Staats- und Regierungschefs der EU haben alle Europäer in einer gemeinsamen Erklärung eingeladen, sich um 12.00 Uhr an einer Schweigeminute zu beteiligen. Das Gute sei stärker als das Böse, heißt es in dem Papier vom Wochenende. Die Staaten betonen darin, es werde alles Notwendige getan, um Extremismus, Terrorismus und Hass zu bekämpfen.

+++07.20 Uhr+++

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere zeigte sich alarmiert über die mögliche Flucht eines oder mehrerer der Attentäter. "Es ist besorgniserregend, dass möglicherweise eine Tätergruppe noch unterwegs ist", sagte der CDU-Politiker im ZDF. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK), Roger Lewentz (SPD), forderte die Bevölkerung zur verstärkten Wachsamkeit auf. Die Bürger müssten melden, wenn sich Menschen in ihrem Umfeld radikalisierten, sagte der rheinland-pfälzische Innenminister der Zeitung "Die Welt" (Montagausgabe).


+++07.00 Uhr+++

Nach den Terroranschlägen von Paris sind gemeinsame internationale Anstrengungen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nötig, schreibt die „New York Times“: „Die Terroranschläge von Paris vom Freitag haben zusammen mit den beiden Anschlägen in Beirut vom Vortag und dem Abschuss eines russischen Passagierflugzeuges über der Sinai-Halbinsel am 31. Oktober eine neue Phase im Krieg der Terrormiliz IS gegen den Westen aufgezeigt: die Bereitschaft, weit außerhalb der Gebiete zuzuschlagen, die sie im Irak, in Syrien und zunehmend in Libyen beherrscht. (...)"


+++06.25 Uhr+++

Außenminister Laurent Fabius machte am Rande des G20-Gipfels in der Türkei klar, sein Land habe das Recht, Maßnahmen gegen den IS in Syrien zu ergreifen. Frankreich müsse nach den Anschlägen „präsent und aktiv“ sein. Präsident François Hollande hatte nach den Anschlägen von einem Akt des Krieges gesprochen und Vergeltung gegen den IS angekündigt.

+++ 05.45 Uhr+++

Frankreich hat als Reaktion auf die Terroranschläge in Paris die syrische IS-Hochburg Rakka ins Visier genommen. Französische Kampfjets bombardierten und zerstörten dabei zwei Anlagen des sogenannten Islamischen Staates, wie das Verteidigungsministerium in Paris am Sonntag mitteilte. Aus dem Irak kam offenbar einen Tag vor den Anschlägen mit mindestens 129 Toten eine Warnung vor unmittelbar bevorstehenden Attacken. Die Polizei räumt einen Fehler bei der Fahndung ein.

Das schreiben die französischen Zeitungen zu den Anschlägen

+++04.30 Uhr+++

Die Anschläge haben die Aktienmärkte in Fernost am Montag belastet. Die Anleger seien verunsichert, sagten Analysten. Es gebe Sorgen, dass die Attentate auch Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in Europa geben könne. Auch enttäuschende Konjunkturdaten aus Japan drückten auf die Stimmung. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt schrumpfte im abgelaufenen Quartal überraschend kräftig um 0,8 Prozent und fiel damit in die Rezession zurück. Der Tokioter Leitindex Nikkei verlor bis zum Mittag rund ein Prozent auf 19.395 Punkte.

++++04.06 Uhr+++

Die Flagge der Vereinigten Staaten wird an US-Gebäuden in aller Welt wegen der Terroranschläge in Paris auf halbmast gesetzt. Präsident Barack Obama verordnete diese Maßnahme am Sonntag aus Solidarität mit Frankreich. Somit werden die Stars and Stripes bis einschließlich Donnerstag nicht nur am Weißen Haus und an Bundes- und Militärgebäuden innerhalb der USA, sondern auch vor diplomatischen Vertretungen weltweit gesenkt.

+++03.30 Uhr ++++

Als Reaktion auf eine wachsende Bedrohung durch militante Islamisten baut Großbritannien die Geheimdienste aus. Das Personal werde um 15 Prozent aufgestockt, kündigte Premierminister David Cameron am Montag am Rande des G20-Gipfels im türkischen Belek an.

+++03.00 Uhr+++

Bei der Fahndung nach den Drahtziehern der verheerenden Terrorserie in Paris hat es am späten Sonntagabend eine Hausdurchsuchung im Hauptstadtvorort Bobigny gegeben. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Umfeld der Ermittlungen. Einem Augenzeugen zufolge seien zudem Anwohner von Polizisten befragt worden. Nähere Details zu der Hausdurchsuchung und deren Ergebnissen wurden zunächst nicht mitgeteilt.

+++02.30 Uhr+++

Drei Tage nach den Terroranschlägen von Paris werden die vorübergehend geschlossenen Museen in der französischen Hauptstadt am Montag wieder ihre Türen öffnen. Wegen erhöhter Sicherheitsvorkehrungen waren sie am Wochenende geschlossen geblieben. Dazu zählten unter anderem das Louvre und das Musée d'Orsay.

+++01.45 Uhr ++++

Der französischen Polizei ist eine schwere Fahndungspanne unterlaufen. Ein gesuchter Verdächtiger wurde am Samstag an der belgischen Grenze in einem Auto gestoppt und kontrolliert, die Beamten ließen ihn aber weiterfahren, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Dabei handele es sich um einen 26-jährigen Franzosen, der in Belgien geboren sei. Er sei Bruders eines Attentäters und stehe im Verdacht, gemeinsam mit einem anderen Bruder an der Planung der Anschläge beteiligt gewesen zu sein, hieß es in Justizkreisen. Dieser sei inzwischen in Belgien festgenommen worden. Der 26-Jährige wird mittlerweile mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Der Mann sei gefährlich, hieß es.

Das bedeuten die Anschläge in Paris für Deutschland

+++00.30 Uhr+++

Der Vorsitzende des Vereins „Gesicht zeigen!“, Uwe-Karsten Heye, hat die rechtsextremistische Gewalt als größte innenpolitische Herausforderung in Deutschland bezeichnet. „Nicht die Flüchtlinge sind es, die den inneren Frieden gefährden“, sagte der der frühere Regierungssprecher im Interview der Zeitung „neues deutschland“ (Montagsausgabe). Das Problem sei „der rechtsextremistische Bereich, der Fremdenfeindlichkeit und Rassismus schürt und dieses Denken längst bis in die Mitte der Gesellschaft getragen hat“.

+++00.00 Uhr+++

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) warnt davor, sich durch die Terroranschläge in Paris zu einem härteren Auftreten gegenüber Flüchtlingen bewegen zu lassen. „Wir können jetzt nicht die Flüchtlinge zu den Sündenböcken machen für das, was der sogenannte Islamische Staat an Anschlägen jetzt bei uns versucht“, sagte die CDU-Politikerin am Sonntagabend in der ARD-Talkshow „Günther Jauch“ mit Blick auf die Terrormiliz IS. Genauso wenig dürften die Menschen nun in allen Ausländern potenzielle Terroristen sehen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%