Terror in Paris Frankreich rüstet im Anti-Terror-Kampf auf

Die Anschläge von Paris haben Frankreich in Schock versetzt. Nun will die Regierung die Sicherheitsorgane gegen künftige Attacken rüsten. Telefon und Internet sollen noch intensiver überwacht werden.

Eine Installation eines anonymen Künstlers in Gedenken an die Anschläge auf die Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo. Quelle: AP

Nach der Terrorwelle mit 17 Toten baut Frankreich seine Sicherheitsdienste umfassend aus. Die Polizei erhalte bessere Waffen und Schutzkleidung, teilte Premierminister Manuel Valls am Mittwoch mit. Bei den Geheimdiensten würden 2600 Mitarbeiter für den Kampf gegen den Terror eingestellt. Und die Datenüberwachung solle alle erfassen, die unter Verdacht stehen, Kontakt zu Extremisten zu haben. Frankreich will dafür in den nächsten drei Jahren 425 Millionen Euro ausgeben.

Unter den 17 Opfern der Terroranschläge auf die Zeitschrift „Charlie Hebdo“, auf eine Polizistin und auf einen jüdischen Supermarkt zwischen dem 7. und dem 9. Januar waren drei Polizisten. Die drei Attentäter wurden schließlich von der Polizei erschossen. Am Mittwoch erhob die Justiz offiziell Beschuldigungen gegen vier Männer, die der Unterstützung der drei Attentäter verdächtigt werden. Es sind die ersten offiziellen Verfahren in dem Fall, der Frankreich erschütterte.

Die wichtigsten Fakten zu "Charlie Hebdo"

Valls sagte, vor allem das Abhören von Telefonaten solle erleichtert werden. Nach seinen Worten haben Internetanbieter und soziale Netzwerke „eine rechtliche Verantwortung“, die neuen Maßnahmen zu unterstützen. Die Leiterin der französischen Datenschutzbehörde CNIL, Isabelle Falque-Pierrotin, sagte dazu, die neuen Regeln sollten nur erlaubt werden, wenn zugleich der Schutz der Privatsphäre gestärkt werde.

Der Pariser Staatsanwalt François Molins bezog sich bei den Ermittlungen gegen die vier mutmaßlichen Unterstützer des Geiselnehmers Amedy Coulibaly auf ein umfassendes Netz von Telefonkontakten, Gefängnisfreundschaften und geteilter Wohnungsschlüssel. Die Männer - alle zwischen 20 und 30 - würden verdächtigt, Coulibaly logistisch unterstützt zu haben.

Der mutmaßliche Terrorist hatte am 8. Januar eine Polizistin und einen Tag später vier Menschen in dem jüdischen Supermarkt erschoss. Die mutmaßlichen Komplizen sollen vorerst in Haft bleiben.

Die französischen Behörden würden bei der weiteren Fahndung mit anderen Ländern zusammenarbeiten, hieß es weiter. Es werde ermittelt, wer für das posthum erschienene Video von Coulibaly verantwortlich sei. In diesem hatte der Islamist sich zu der Terrormiliz Islamischer Staat bekannt und beschrieben, wie die Angriffe der drei Attentäter koordiniert worden seien.

Die Karikaturen für "Charlie Hebdo"
Karikatur von 2006: Ein Rahmen um ein weißes Stück Papier. Überschrift: "Please enjoy this culturally, ethnically, religiously, and politically correct cartoon responsibly. Thank You." Quelle: Twitter
Ein Terrorist schießt auf einen Bleistift, der entzwei bricht. Doch ein Spitzer spitzt den abgebrochenen Stift wieder an. Dieser radiert mit seinem Radiergummi den gezeichneten Terroristen weg. Quelle: Twitter
Ein Flugzeug fliegt auf zwei nebeneinander stehende Bleistifte zu. Das Bild erinnert an die Anschläge auf die Zwillingstürme des World Trade Centers im September 2001. Quelle: Twitter
Ein von hinten gezeichneter Terrorist hat einen Zettel auf dem Rücken, auf den ein Bleistift schreibt: "You lost!" ("Du hast verloren!") Quelle: Twitter
Eine Zeichnung der Zeitschrift Charlie Hebdo. Aus der Titelseite der Zeitung erhebt sich eine Hand mit Feder, die dem Betrachter den Mittelfinginger zu zeigen scheint. Quelle: Twitter
Ein Gewehr und ein Stift nebeneinander. Auf dem Gewehr: "Murderous assault on french satirical newspaper". Auf dem Stift: "Free Expression". Bildunterschrift: "But the Pen Will Endure" Quelle: Twitter
Ein Terrorist mit Krummsäbel hat einer Person (T-Shirt: "Charlie Hebdo") den Kopf abgeschlagen. Aus dem Hals streckt sie dem Terroristen noch die Zunge entgegen. Bildunterschrift: "Onsterfelijk" Quelle: Twitter
Links: Eine panische Menge Männer, bezeichnet mit "Taliban". Rechts: Eine Frau mit Buch, auf dem "Education" (Erziehung, Bildung") steht. Bildunterschrift: "Weapon of Mass Instruction" Quelle: Twitter
Zwei Terroristen feuern in das Gebäude von Charlie Hebdo, aus dem eine Blutlache fließt. Doch die Schüsse treten hinten aus dem Gebäude wieder aus und die Kugeln treffen eine Moschee. Quelle: Twitter
Zwei Terroristen in der Redaktion von "Charlie Hebdo", ein getöteter Zeichner im Hintergrund. Eine Ausgabe der Zeitung betrachtend, sagt ein Terrorist: "Just what sort of a sick mind?!..." Quelle: Twitter
Links steht ein Terrorist mit rauchendem Gewehr, rechts liegt ein Zeichner in einer Blutlache. Der Terrorist sagt "He drew first". Quelle: Twitter
Zwei Männer. links ein vermummter Terrorist mit Gewehr, rechts ein freundlich schauender Zeichner mit Feder und Tinte. Überschrift: "Who has damaged Muhammad more?" ("Wer hat Mohammed mehr geschadet?" Quelle: Twitter
Von oben nach unten: Yesterday: Ein angespitzter Stift. Today: Der Stift ist in der Mitte auseinander gebrochen. Tomorrow: Aus dem entzwei gebrochenen Stift sind zwei angespitzte Stifte geworden. Quelle: Twitter
Zwei Terroristen in der zerstörten Redaktion von Charlie Hebdo betrachten einen Pinsel. Einer sagt "What´s this little weapon, which hurt us so much?" Quelle: Twitter
Ein Screenshot von Twitter. Verschiedene Schreibgeräte zeigen von rechts oben im Bild auf einen vermummten Mann mit Gewehr links unten im Bild, vor ihm eine Blutlache. Quelle: Twitter
Eine Karikatur, die keine ist: Ein gezeichnetes Blumengesteck, darum ein Band mit dem Spruch "For our heroes at Charlie Hebdo. With our love & respect". Quelle: Twitter
Zwei vermummte Personen mit Gewehren stehen vor einem Gebäude, auf dem "Charlie Hebdo" steht. Unter der Zeichnung steht "Be careful, they might have pens" ("Sei vorsichtig, sie könnten Stifte haben"). Quelle: Twitter
Diese Karikatur ist eine Gleichung. Ein von einer Patrone zerfetzter Bleistift plus einen Anspitzer ergeben zwei Bleistifte. Quelle: Twitter

Molins räumte ein, dass die Ermittlungen zu den Brüdern Kouachi weniger Fortschritte als die im Fall Coulibaly machten. Saïd und Chérif Kouachi hatten bei ihrem Angriff auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ zwölf Menschen erschossen.

Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian gab bekannt, dass an die zehn ehemalige französische Soldaten an der Seite islamischer Extremisten im Irak und Syrien kämpften. Dies sei eine extreme Ausnahme, sagte er im Rundfunksender RFI. Nach Angaben französischer Behörden haben sich mindestens 1200 französische Bürger und Einwohner den Extremisten im Irak und Syrien angeschlossen.

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