Terror Zwölf Festnahmen bei Razzia in Belgien

Bei einer Anti-Terror-Razzia in Belgien hat die Polizei zwölf Personen festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, sie hätten Anschläge in Brüssel geplant. Es sollen zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.

Erneut gab es Durchsuchungen in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek. Quelle: dpa

Bei einem landesweiten Anti-Terror-Einsatz hat die belgische Polizei zwölf Personen festgenommen, die neue Anschläge geplant haben sollen. Ein Ermittlungsrichter sollte nach Angaben der Bundesanwaltschaft im Laufe des Samstag entscheiden, ob sie in Haft bleiben. Waffen oder Sprengsätze seien nicht gefunden worden. Regierungschef Charles Michel sagte nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts, die Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Spiel der belgischen Nationalelf bei der Fußball-EM in Frankreich am Samstagnachmittag fänden mit zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Landesweit wurden bei den Durchsuchungen in der Nacht zum Samstag, die auch 152 Garagen umfassten, laut Bundesanwaltschaft 40 Personen vernommen. Dem TV-Sender VTM zufolge stehen die Festgenommenen im Verdacht, einen Anschlag in Brüssel geplant zu haben während des Spiels gegen Irland. Dies begann am Samstag wie geplant um 15.00 Uhr in Bordeaux.

Die belgische Zeitung "Le Soir" berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, potenzielle Ziele seien Public-Viewing-Zonen, wo Fans sich EM-Spiele ansehen, oder andere belebte Orte wie Einkaufszentren und Bahnhöfe. Der Sender RTBF berichtete, das belgische Krisenzentrum habe am Freitag verstärkten Schutz für einige Regierungsmitglieder angeordnet, darunter Ministerpräsident Michel.

Die belgische Polizei hatte vorige Woche Sicherheitskreisen zufolge eine Warnung erhalten, dass sich Kämpfer der Extremistenmiliz IS auf den Weg nach Europa gemacht und Anschläge in Belgien und Frankreich geplant hätten.

Im März sprengten sich Selbstmordattentäter am Flughafen von Brüssel und in der U-Bahn der belgischen Hauptstadt in die Luft. 32 Menschen wurden getötet. Am 13. November vergangenen Jahres kamen in Paris bei Attentaten von Islamisten 130 Menschen ums Leben. Zwischen den Tätern bestanden nach Behördenangaben Verbindungen, manche von ihnen lebten in Belgien.

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