Terroranschläge in Paris Was nun, Obama?

Die Anschläge in der französischen Hauptstadt haben gezeigt: Die US-Strategie im Syrien-Konflikt ist gescheitert. Präsident Barack Obama und seine Partei geraten in Erklärungsnot.

Präsident Obama spricht über die Anschläge in Paris. Quelle: REUTERS

Solch deutliche Worte hat ein Diplomat wohl selten gefunden: Gérard Araud, der französische Botschafter in den USA, nannte Donald Trump einen „Aasgeier“. Seine Aussagen seien „widerlich“ angesichts der Terroranschläge von Paris, bei denen mindestens 120 Menschen ums Leben gekommen sind.

Was war passiert? Der republikanische Präsidentschaftskandidat fabulierte auf Twitter, dass es doch erstaunlich sei, dass die Anschläge in Frankreich stattgefunden haben, einem Land, das die strengsten Waffengesetze der Welt habe. Einzig: Der Tweet von Trump stammt vom 7.Januar; formuliert nach den Anschlägen auf die Redaktion von Charlie Hebdo.

Das bedeuten die Anschläge in Paris für Deutschland

Am Freitagabend, US-Zeit, richtete Trump versöhnliche Worte gen Frankreich. Er bete für die Opfer und Geiseln. „Möge Gott ihnen beistehen“, so Trump via Twitter. Der ansonsten als Lautsprecher bekannte Republikaner ist das beste Beispiel, wie besonnen die USA gestern auf die Anschläge in Paris reagiert haben. Unisono sprachen Politiker, Medien und Bürger ihr Mitgefühl mit den Franzosen aus. Worte des Hasses, unnütze Ratschläge und falsche Behauptungen blieben die Ausnahme von der Regel. Und auch die Medien zeigten sich von der besten Seite: Gleich ein halbes Dutzend US-Sender berichteten sofort und über mehrere Stunden über die Situation in Paris: fundiert, unaufgeregt, informativ.

Das schreiben die französischen Zeitungen zu den Anschlägen

Präsident Obama sprach Frankreich sein Mitgefühl und die „uneingeschränkte Solidarität“ aus. Man stehe Seite an Seite mit dem französischen Volk. Er habe mit dem französischen Präsidenten Francois Hollande noch nicht gesprochen, bekannte Obama am Freitagabend. Er wollte nicht stören; in Paris hätte man derzeit alle Hände voll zu tun. Wenn Frankreich Hilfe bräuchte, könne das Land sich jederzeit auf die USA verlassen. Zunächst – so betonten Politiker und Medien in den USA – sei aber nicht die CIA für die Aufklärung der Anschläge verantwortlich, sondern die französischen Behörden seien es.

So wichtig und richtig die Besonnenheit am Freitag war, so notwendig ist eine Diskussion über den Kampf gegen den IS, der sich zu den Anschlägen in Paris bekannte.

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