Terroranschlag Mehrere Festnahmen in London

Angriffe mutmaßlicher Extremisten haben mitten in London mindestens sieben Menschen das Leben gekostet und Großbritannien wenige Tage vor der Unterhauswahl erschüttert. Die Ereignisse im Überblick.

Terrorattacke in Großbritannien: Mehrere Festnahmen in London Quelle: REUTERS

Was wir wissen

  • Um 22.08 Uhr Ortszeit gehen bei der Polizei erste Notrufe darüber ein, dass ein Wagen auf der London Bridge Fußgänger erfasst hat, wie Anti-Terror-Chef Mark Rowley mitteilte.
  • Am nahe gelegenen Borough Market, einem beliebten Touristenziel, lassen die Angreifer das Auto stehen und beginnen mit Messern auf Menschen einzustechen. Die Polizei stellt drei männliche Tatverdächtige. Diese werden am Borough Market erschossen - acht Minuten nach Eingang des Notrufs.
  • Die Zahl der Todesopfer liegt mittlerweile bei sieben, sagte die Chefin der Londoner Polizei, Cressida Dick, am Sonntag.
  • Die Attentäter von London waren nach den Worten von Innenministerin Amber Rudd wahrscheinlich "radikale islamische Terroristen".
  • Theresa May hält nach dem tödlichen Anschlag in London an dem Termin für die Parlamentswahlen am Donnerstag fest. Der Wahlkampf werde am Montag fortgesetzt, sagte May.

+++ 17.00 Uhr +++

Die Terrorwarnstufe in Großbritannien wird nach Anschlag nicht angehoben. Die britische Regierung die im Land geltende Terroralarmstufe unverändert lassen. Sie steht derzeit bei „ernst“, der zweithöchsten Stufe, die bedeutet, dass ein Anschlag als sehr wahrscheinlich betrachtet wird. Nach dem Attentat auf das Popkonzert in Manchester vor rund zwei Wochen war sie für einige Tage auf die höchste Stufe „kritisch“ angehoben worden.

Große Terroranschläge in Europa

+++ 16.30 Uhr +++

Auch Deutsche sind unter den Verletzten, wie aus dem Auswärtigen Amt verlautete. Darunter sei auch eine schwer verletzte Person. Unter den Todesopfern ist ein kanadischer Staatsbürger. Das erklärt Ministerpräsident Justin Trudeau in einer Mitteilung.

+++ 16.00 Uhr +++

May will entschieden gegen den islamischen Extremismus vorgehen: „Wir müssen viel stärker daran arbeiten, ihn aus dem öffentlichen Dienst und der Gesellschaft auszurotten.“

Mit dem Begriff „öffentlicher Dienst“ spricht May vermutlich das Schulwesen an. Es gebe „viel zuviel Toleranz für Extremismus in unserem Land“, betonte sie. Internet und Messengerdienste dürften Extremisten keinen Rückzugsort mehr bieten. Vielmehr müsse besser überwacht und reguliert werden, um die Kommunikationswege von Terroristen zu stören. Dazu brauche es internationale Vereinbarungen, sagte die Regierungschefin.

+++ 15.15 Uhr +++

+++ 14.30 Uhr +++

+++ 14.00 Uhr +++

Die britische Polizei hat nach eigenen Angaben zwölf Personen im Osten von London im Zusammenhang mit dem Anschlag vom Samstagabend festgenommen.

„Jetzt reicht's!“
Theresa MayWenige Stunden nach der Attacke mit mindestens sieben Toten meldete sich Premierministerin Theresa May zu Wort. „Jetzt reicht's!“, sagte sie energisch. Im Kampf gegen Islamisten kündigte sie eine härtere Gangart an. Bei der Terrorbekämpfung müsse sich etwas ändern. Quelle: REUTERS
Amber RuddDie britische Innenministerin Amber Rudd hat die Anschläge in London als „entsetzlich“ bezeichnet. Diese hätten sich gegen Menschen gerichtet, die sich mit ihren Freunden und Familien amüsiert hätten, sagte Rudd in der Nacht zum Sonntag. Sie sei in Gedanken bei den Opfern und allen Betroffenen. Unter diesen „schwierigen und traumatischen Umständen“ sei sie vor allem der Polizei und den Sicherheitskräften für ihren schnellen Einsatz dankbar, so die Innenministerin. Quelle: REUTERS
Angela Merkel„Ich denke in diesen Stunden in Anteilnahme und Solidarität an unsere britischen Freunde und an alle Menschen in London“, sagte die Kanzlerin in einer am Sonntagmorgen verbreiteten Erklärung. „Meine Gedanken sind bei den Opfern des Anschlags und ihren Familien.“ Sie wünschte den Verletzten eine baldige Genesung. „Wir sind heute über alle Grenzen hinweg im Entsetzen und der Trauer vereint, aber genauso in der Entschiedenheit.“ Die Kanzlerin bekräftigte, dass Deutschland im Kampf gegen jede Form von Terrorismus „fest und entschlossen“ an der Seite Großbritanniens stehe. Quelle: AP
Donald TrumpIn einem ersten Tweet kurz nach der Nachricht über die Vorfälle betonte US-Präsident Trump, dass die USA „smart, wachsam und hart“ sein müssten. So brauche das Land als eine zusätzliche Schutzmaßnahme die von ihm verfügten - und von Gerichten blockierten - Einreiseverbote, schrieb Trump. Sie sehen unter anderem befristete Visasperren für Menschen aus mehreren mehrheitlich muslimischen Ländern vor. Trump forderte: „Die Gerichte müssen uns unsere Rechte zurückgeben!“ US-Präsident Trump hat der britischen Premierministerin Theresa May zudem telefonisch sein Beileid ausgedrückt. Quelle: dpa
Emmanuel MacronFrankreich steht nach der Terrorattacke in London nach den Worten des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron an der Seite Großbritanniens. Macron sprach in der Nacht zu Sonntag auf Twitter von einer „neuen Tragödie“. „Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien.“ Quelle: AP
Sadiq KhanDer Bürgermeister von London, Sadiq Khan, sprach von einer „vorsätzlichen und feigen Attacke“. Es gebe keine Rechtfertigung für solche barbarischen Taten. In einer Stellungnahme erklärte er, an Mays Sondersitzung teilzunehmen. Diese soll am Sonntagvormittag stattfinden. Quelle: AP
Ariana GrandeUS-Sängerin Ariana Grande betet für London. Das twitterte sie in der Nacht zum Sonntag. Kurz nach dem Ende eines ihrer Konzerte in Manchester hatte ein Selbstmordattentäter vor etwa zwei Wochen 22 Menschen mit in den Tod gerissen, darunter auch Teenager. Sie selbst blieb unverletzt. An diesem Sonntag gibt Grande mit einem riesigen Staraufgebot ein Benefizkonzert für die Opfer in der nordenglischen Stadt. Auch Katy Perry und Coldplay werden bei „One Love Manchester“ auftreten. Quelle: AP
Sigmar Gabriel Quelle: dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Quelle: dpa
Thomas de Maziere Quelle: dpa
David Davis Quelle: REUTERS
Wladimir Putin Quelle: AP
Papst Franziskus Quelle: dpa

+++ 13.00 Uhr +++

Im Osten Londons findet britischen Medienberichten zufolge eine bewaffnete Polizeioperation statt. Aufnahmen des Senders Sky News und sozialer Medien zeigten am Sonntag eine Polizeiabsperrung um ein Wohngebäude im Vorort Barking. Scotland Yard wollte sich zu den Berichten über die Razzia, oder dazu, ob der Einsatz mit dem Terroranschlag vom Samstagabend zu tun habe, zunächst nicht äußern. Mittlerweile gibt es aber Bericht, wonach die Razzia am Wohnort eines der Attentäter stattgefunden habe.

+++ 12.30 Uhr +++

Die Attentäter von London waren nach den Worten von Innenministerin Amber Rudd wahrscheinlich "radikale islamische Terroristen". Es müsse nun herausgefunden werden, wie sie sich genau radikalisiert hätten. Allerdings seien Verbindungen zum Anschlag von Manchester unwahrscheinlich.

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