Troika Bleibt Griechenland unter dem Rettungsschirm?

Athen sollte rechtzeitig vor Auslaufen des Hilfsprogramms ein Finanzpolster für alle Fälle bekommen. Nun gerät der Zeitplan aus den Fugen. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem drückt aufs Tempo.

Die griechische Flagge weht in Athen. Quelle: dpa

Wegen erheblicher Verzögerungen bei der Troika-Überprüfung soll das Rettungsprogramm für Griechenland möglicherweise ins neue Jahr hinein verlängert werden. „Das ist noch nicht endgültig, aber die Wahrscheinlichkeit steigt“, sagte ein EU-Verantwortlicher am Mittwoch in Brüssel.

Da sich die Kontrolle des Programms durch die Geldgeber-Troika hinziehe, seien die Hürden für die Auszahlung der im europäischen Hilfsprogramm verbliebenen 1,8 Milliarden Euro 2014 wohl nicht mehr zu überwinden, so der Diplomat.

Griechenland ist am schlechtesten in die EU integriert
Mann mit griechischer Flagge Quelle: dapd
Blick auf Warschau Quelle: dpa
Blick auf Riga Quelle: dpa
Blick auf das ungarische Parlament Quelle: dpa
Platz in Vilnius, Litauen Quelle: AP
Ein Mädchen winkt mit der schwedischen Flagge Quelle: dpa
Urmas Paet und Frank-Walter Steinmeier Quelle: dpa
London Quelle: dpa
Dänische Flagge Quelle: dpa
Portugiesische Flagge Quelle: dpa
Rom Quelle: dpa
Zypern Quelle: dpa
Prag Quelle: dpa
Malta Quelle: REUTERS
Slowenien Quelle: REUTERS
Madrid Quelle: dpa
Finnische Flagge Quelle: dpa
Slowakische Flagge Quelle: AP
Schild mit der Aufschrift Niederlande Quelle: dpa
Paris Quelle: REUTERS

Der gesamte Zeitplan für den Abschluss des Hilfsprogramms zum Jahresende gerät damit aus den Fugen. Nach Angaben aus Athen könnte die „technische Verlängerung“ bis Ende Januar dauern. Nach Brüsseler Informationen gibt es bisher keine Beschlüsse über den Zeitraum.

„Es muss unbedingt eine Einigung zwischen der Troika und Athen in den kommenden Tagen geben“, forderte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem in der Athener Zeitung Ta Nea. Andernfalls könnten die Euro-Finanzminister bei ihrem Treffen an diesem Montag (8.12.) nicht über weitere Hilfen sprechen.

Dijsselbloem hatte im November angekündigt, es solle ein Finanzpolster in Form einer vorbeugenden Kreditlinie geben. In Brüssel hieß es, darüber könnte auch im Januar entschieden werden. Griechenland ist das erste Euro-Krisenland, das nicht einfach aus seinem Programm aussteigt.

Die Troika-Kontrolleure von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und vom Internationalen Währungsfonds (IWF) verhandeln seit September mit Athen, bislang ergebnislos. Streitpunkt ist die Höhe des Fehlbetrages im Haushalt 2015. Nach Troika-Schätzung klafft eine Lücke von mehr als 2,5 Milliarden Euro.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Athen hat eine Reihe von Einsparungen im Zuge der Rentenreform und die Erhöhung der Mehrwertsteuer in der Hotellerie vorgeschlagen. Die Troika fordere jedoch weitere Maßnahmen, hieß es aus Kreisen des Finanzministeriums.

Das pleitebedrohte Land hatte von internationalen Geldgebern zwei Hilfsprogramme von insgesamt rund 240 Milliarden Euro erhalten. Der europäische Teil der Hilfen läuft zum Jahresende aus. Der IWF zahlt bis zum 31. März 2016. Viele Mitgliedstaaten streben an, dass der Weltwährungsfonds auch bei einer neuen Vereinbarung mit Athen im Boot ist. Eine Verlängerung des Programms - auch für kurze Zeit - müsste von Parlamenten einiger Eurostaaten gebilligt werden.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%