Türkischer Teil der Insel Zypern wählt neuen Präsidenten

Im türkischen Teil Zyperns hat am Sonntag eine Präsidentenwahl begonnen. Dabei wird zugleich bestimmt, wer mit dem zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiades über die Wiedervereinigung der Mittelmeerinsel verhandelt.

Zypern ist seit der türkischen Invasion 1974 in einen türkischen und griechischen Teil gespalten. Quelle: dpa

Im türkischen Teil Zyperns hat am Sonntag eine Präsidentenwahl begonnen, bei der zugleich bestimmt wird, wer im kommenden Monat mit dem zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiades über die Wiedervereinigung der Mittelmeerinsel verhandelt. Die Abstimmung sei am Morgen ohne Probleme angelaufen, teilte ein Sprecher der Wahlkommission, Mustafa Erulgen, mit. Bis 17.00 Uhr sind die Wahllokale geöffnet; erste Ergebnisse wurden gegen 19.00 Uhr erwartet.

Gewinnt keiner der sieben Kandidaten eine absolute Mehrheit der Stimmen, findet nächsten Sonntag eine Stichwahl statt. Zu den Bewerbern zählen Amtsinhaber Dervis Eroglu, der in der Zypernfrage als Hardliner gilt, die frühere Ministerpräsidentin Sibel Siber und der frühere Bürgermeister der türkischen Gemeinde Nikosias, Mustafa Akinci.

Zypern ist seit der türkischen Invasion 1974 in einen türkischen und griechischen Teil gespalten. Der Einmarsch war die türkische Reaktion auf einen Putsch, der den Anschluss Zyperns an Griechenland zum Ziel hatte. Die 1983 erklärte Unabhängigkeit der türkischen Zyprer wird nur von der Türkei anerkannt. Die Republik Zypern ist Teil der EU und der Eurozone.

Gespräche über eine Wiedervereinigung blieben bislang erfolglos. Der UN-Gesandte Espen Barth Eide sagte kürzlich, dass neue Verhandlungen im Mai beginnen könnten.

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Die zyprische Regierung hatte die Friedensgespräche im vergangenen Oktober ausgesetzt, weil die Türkei vor der Südküste der Insel nach Erdgas suchen wollte. Dort hatte aber schon die Republik Zypern ein italienisch-südkoreanisches Konsortium mit der Suche nach Rohstoffen beginnen lassen. Türkische Zyprer fordern ein Mitspracherecht dabei, wie potenzielle Gasreserven gemanagt werden.

Ein Zypern-Abkommen könnte die Bemühungen der Türkei um einen Beitritt zur EU erleichtern und eine engere Sicherheitszusammenarbeit auf der Südflanke der Nato ermöglichen. Zudem könnte eine Vereinbarung zu neuen Partnerschaften im Energiesektor beitragen.

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