Ukraine-Krise Rebellen schießen Militärhubschrauber ab

Im Osten der Ukraine ist ein Militärhubschrauber von Rebellen abgeschossen worden. Laut Militärangaben starben dabei neun Menschen.

Im Osten der Ukraine sollen Rebellen einen Hubschrauber abgeschossen haben. Quelle: dpa

Trotz der vereinbarten Waffenruhe in der Ostukraine haben die Rebellen nach Angaben des Militärs einen Hubschrauber der Armee abgeschossen. Alle neun Menschen an Bord seien ums Leben gekommen. Der Zwischenfall ereignete sich nach Angaben eines Sprechers der Regierungstruppen am Dienstag in der Nähe der Rebellenhochburg Slawjansk nur wenige Stunden nachdem prorussische Separatisten einer Feuerpause zugestimmt hatten. Das hatte Hoffnungen auf eine diplomatische Annäherung nach wochenlangen Kämpfen geweckt.

Dazu trugen auch Entspannungssignale Russlands bei. So beantragte Präsident Wladimir Putin beim Parlament in Moskau eine Aufhebung der im März erteilten Erlaubnis für ein militärisches Eingreifen in dem Nachbarland. Zugleich äußerte er sich aber am Abend bei einem Besuch in Wien skeptisch über die Erfolgsaussichten der Feuerpause. Die bis Freitag gesetzte Frist müsse verlängert werden. Sie sei zu kurz, um das Blutvergießen zu beenden, sagte Putin. "Es reicht nicht aus, eine Waffenruhe zu vereinbaren, es müssen auch konkrete Verhandlungen geführt werden." Sonst drohe ein Scheitern. US-Präsident Barack Obama erklärte, es sei wichtig, dass in den kommenden Tagen greifbare Schritte zur Beruhigung der Lage in der Ukraine ergriffen würden.

Bereits während des Tages erwies sich die Feuerpause als brüchig. Die Regierung warf den prorussischen Separatisten vor, an mehreren Orten auf Militärposten zu schießen. Am Nachmittag bestätigte ein Militärsprecher dann Berichte, wonach Rebellen einen Transporthubschrauber abgeschossen hätten. Die neun Insassen, darunter Techniker, seien getötet worden. Es war das zweite Mal, dass im Gebiet um Slawjansk ein Hubschrauber abgeschossen wurde. Bereits Ende Mai waren 14 Militärangehörige, darunter ein General, getötet worden.

Der Abschuss könnte die Bemühungen um ein Ende des gewaltsamen Konflikts zurückwerfen - und das kurz vor dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs am Freitag, auf dem diese über die Lage in der Ukraine beraten. Dabei könnten auch die Weichen für Wirtschaftssanktionen gegen Russland gestellt werden, sollte Putin sich nicht für eine Entspannung in der Ukraine einsetzen. Die Europäischen Union und die USA werfen Russland vor, die Separatisten zu unterstützen. Moskau bestreitet das. Befürchtet wird nicht zuletzt ein direktes Einschreiten der russischen Armee. Erst Ende vergangener Woche hatte Russland nach Angaben der Nato die Truppen im Grenzgebiet massiv aufgestockt, was bei den westlichen Staaten die Angst vor einer Eskalation verstärkte.

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