Ukraine Poroschenko entlässt Gouverneur Kolomoiski

Der Machtkampf in der ukrainischen Regierung dauert an: Der ukrainische Präsident Poroschenko hat nach einem Überfall auf die Büroräume einer Ölfirma einen Oligarchen als Gouverneur in der Ost-Ukraine gefeuert.

Petro Poroschenko Quelle: dpa

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat in einem Machtkampf in Kiew den einflussreichen Milliardär Igor Kolomoiski als Gouverneur der Industrieregion Dnipropetrowsk entlassen. Bei einem Treffen mit dem Staatschef habe der Oligarch selbst um seine Entlassung gebeten, teilte die Präsidialverwaltung am Mittwoch in Kiew mit. Kolomoiski gilt als einer der wichtigsten Financiers der ukrainischen Truppen im Kampf gegen die prorussischen Separatisten.

Der Milliardär war zuletzt unter Druck geraten, weil seine bewaffneten Einheiten die halbstaatlichen Energieunternehmen Ukrnafta und Ukrtransnafta in Kiew besetzt hatten. Der Milliardär wollte Berichten zufolge dort die Absetzung des Managements verhindern.

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Unter scharfer Kritik Russlands hatte Poroschenko den Milliardär nach dem Machtwechsel in Kiew im vergangenen Jahr als Statthalter in dem ostukrainischen Gebiet eingesetzt. Der Gouverneur hatte dort verhindert, dass sich die russisch geprägte Region Dnipropetrowsk - wie die benachbarten Gebiete Luhansk und Donezk - abspaltet.

Russland ermittelt gegen den Oligarchen unter anderem wegen organisierter Verbrechen, Mordes und des Einsatzes unerlaubter Waffen im Kriegsgebiet Donbass. Aus russischer Sicht gilt Kolomoiski als Gefahr für den Friedensprozess in der Ostukraine.

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