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Unternehmertum Darum verliert Deutschland den Anschluss

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Deutschland: Starrer Arbeitsmarkt, schwache Innovationskultur

Das überraschend schlechte Abschneiden Deutschlands begründen die Forscher mit vier Faktoren: Die Gestaltung des Arbeitsmarkts begünstige Gründer nicht gerade. Hinzu kämen Defizite in der Verwaltung, Marktzugang und die Bereitschaft, sich auf neue Technologien einzulassen. Hinzu käme, dass Gründertum gesellschaftlich kaum als Wert anerkannt sei. „Seit den 1960er Jahren hat es Deutschland versäumt, eine Kultur des Gründens zu etablieren“, heißt es in dem Bericht. Eigens herausgehoben wird der Mittelstand: Hier würde sich im Vergleich zu anderen Bereichen der Wirtschaft ungewöhnlich viel Innovationsfreude konzentrieren.

Das sind Deutschlands beste Arbeitgeber 2012
Große UnternehmenIn der Kategorie „Große Unternehmen“ belegt der Personaldienstleister DIS AG den 3. Platz. Die Düsseldorfer gehören damit zu den vier deutschen Unternehmen mit über 500 Beschäftigten, die den Sprung unter die Top 25 der beliebtesten Arbeitgeber in Europa schafften. Die Firma wurde bereits 1967 gegründet. Mittlerweile gehören bundesweit über 160 Niederlassungen zum Unternehmen. Quelle: Pressebild
Neben Photovoltaikanlagen schafft der Solartechniker SMA Solar Technology sehr gute Arbeitsverhältnisse für seine Mitarbeiter. Das Unternehmen mit Sitz im hessischen in Niestetal belegt den 8. Platz. Aber auch ökonomisch läuft es für den Konzern besser als erwartet. Im vergangenen Quartal konnte SMA bei Umsatz und Gewinn kräftig zulegen und übertraf damit teilweise die Markterwartungen. Quelle: dpa
Mindestens 234.000 Kunden hat die Sparda-Bank München laut eigenem Bekunden. Und auch die rund 670 Mitarbeiter der Genossenschaftsbank scheinen sich wohlzufühlen. Immerhin schaffen es die Bayern auf Platz 15 der besten Arbeitgeber in der Kategorie „Große Unternehmen“ von Great Place to Work. Quelle: dpa
Und noch ein Preisträger kommt aus München. Die SBK-Siemens Betriebskrankenkasse belegt Platz 22 auf der Liste der besten Arbeitgeber. Quelle: Pressebild
Kleinere und mittlere Unternehmen Auch In der Kategorie KMU gehören vier deutsche Unternehmen zu den Top 50 der beliebtesten Arbeitgeber in Europa. Auf Rang 3 schaffte es das IT-Beratungshaus Noventum Consulting aus Münster. Quelle: Pressebild
Ebenfalls noch in der Top 10 der Unternehmen mit besonders hoher Arbeitsplatz- und Arbeitgeberattraktivität ist der Personaldienstleister Atrias Personalmanagement (im Bild Geschäftsführer Ziegler, l., und CEO Blersch). Die Hamburger belegen Platz 6 im Ranking des GPW-Instituts. Quelle: Pressebild
Platz 17 geht an die Lego GmbH aus Grasbrunn. Dort werden nicht nur Spielsachen produziert, die Kindern Freude bereiten. Auch die Beschäftigten scheinen Spaß an der Arbeit zu haben und sich bei ihrem Arbeitgeber wohl zu fühlen. Quelle: dpa

Ärger noch urteilen die Ökonomen über Schlusslicht Italien. Das Land, dessen Wirtschaft dieses Jahr zwar um wohl 0,9 Prozent wächst, in der Regel aber seit vergangenem Jahrzehnt stagniert und dessen Produktivitätsraten sinken, kommt auch in Sachen Zukunftsfähigkeit nach Definition des Weltwirtschaftsforums nicht so richtig aus dem Quark. Nur vier Prozent der Italiener gründen – trotz einer Jugendarbeitslosigkeit von 37 Prozent – ein eigenes Unternehmen. Neben einem starren Arbeitsmarkt machen die Forscher vor allem das schlechte Funktionieren der Institutionen dafür verantwortlich.

Alessandro Petazzi ist das egal: „Unseren Sitz haben wir in Italien“, sagt er. „Aber das Geschäftsmodell ist global.“ Für das nächste Jahr hat er sich den Ausbau des Geschäfts in Nordamerika und Teilen Westeuropas vorgenommen. So lange seine Mitarbeiter schnelles Internet haben, ist ihm der Rest egal. „Wir wachsen, weil unsere Idee gut ist, nicht weil wir viel Unterstützung vom Staat bräuchten.“

So fatalistisch wollen die Forscher des Weltwirtschaftsforums die Rolle der Politik freilich nicht herunter spielen. Sie glauben schon, dass Politik Einfluss nehmen kann. Vor allem, fordern die Schweizer, sollte Politik anerkennen, dass eine zukunftsfähige Wirtschaft nicht nur klassische Gründer fördere, sondern auch solche, die innerhalb von Unternehmen ihre Ideen vorantreiben. Es sei schon einiges getan, wenn Politik „unternehmerische Kultur innerhalb von Unternehmen fördere, zu Forschung- und Entwicklung ermutigt und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Universitäten vereinfacht.

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