Verbraucherschutz EU-Parlament beschließt mehr Sicherheit für Zahlungen im Internet

Verbraucher in Europa zahlen immer häufiger im Internet. Mit neuen Regeln sollen sie von 2017 an besser abgesichert werden.

Welche Zahlungsmittel Europäer bevorzugen
Das Geschäft mit dem Versenden von Geld über Smartphone-Apps lockt jetzt auch etablierte Banken an. Die Deutsche Kreditbank (DKB) kooperiert dafür mit dem Startup Cringle. Pro Monat kann ein Nutzer bis zu 100 Euro über die Cringle-App verschicken, abgewickelt wird die Zahlung per Lastschrift von der DKB. Pro Transaktion werden 20 Cent fällig, zum Start wurde die Gebühr auf 10 Cent gekappt. Das neue Angebot trifft bereits auf Wettbewerb im Markt. So bietet der Online-Bezahldienst PayPal seit Juli das Versenden von Geld über seine Smartphone-App in Deutschland an. Für Kunden, die ihren PayPal-Account mit einem deutschen Bankkonto verknüpft haben, ist das Angebot kostenlos, bei Kreditkarten wird eine Gebühr fällig. In vielen europäischen Ländern tun sich moderne Bezahlsysteme jedoch noch so schwer... Quelle: dpa
ÖsterreichOhne Bargeld geht in Österreich gar nichts. 86 Prozent bezahlen an der Kasse in bar, 12 Prozent mit EC-Karte. Eine Kreditkarte kommt nur in einem Prozent der Fälle zum Einsatz. Auf sonstige Alternativen wie Schecks, PayPal, Lastschrifteinzug oder Ähnliches entfällt insgesamt nochmal ein Prozent. Quelle: Deutsche Bundesbank; Europäische Kommission; Deloitte (Stand: 2014) Quelle: dpa
PolenIn Polen werden 80 Prozent der Bezahlvorgänge an der Kasse bar beglichen. Eine EC-Karte nutzen –ähnlich wie in Österreich – 13 Prozent der Bevölkerung. Immerhin werden auch drei Prozent der Bezahlvorgänge durch Kreditkarten abgewickelt. Auf die alternativen Zahlungsmittel entfallen vier Prozent. Quelle: dpa
DeutschlandAuch die Deutschen haben ihr Geld beim bezahlen lieber in fester Form in der Hand – in 79 Prozent der Fälle wird bar bezahlt. Zwölf Prozent der Käufe werden mit der EC-Karte beglichen, weitere sechs Prozent per mit Lastschrifteinzug, Scheck und anderen alternativen Zahlungsmethoden. Quelle: dpa
ItalienZwar ist Bargeld mit 69 Prozent noch immer das beliebteste Zahlungsmittel in Italien, aber auf Platz zwei kommen auch schon alternative Zahlungsmittel mit 17 Prozent. So sind Schecks, Kundenkarten, PayPal und andere Alternativen zusammen genommen bei den Italienern beliebter als die EC-Karte mit neun Prozent und die Kreditkarte mit sechs Prozent. Quelle: dpa
Sagrada Familia Quelle: AP
London Tower Bridge Quelle: dpa
Unter- und Oberhaussitz der Niederlande Quelle: Creative Commons - Markus Bernet
Das Atomium in Brüssel Quelle: AP
SchwedenBei den Schweden dominiert das bargeldlose Zahlen mit EC-Karte – ganze 49 Prozent macht diese Bezahlart aus. Nur 37 Prozent der Einkäufe werden mit der schwedischen Krone bezahlt. Nach den Spaniern zahlen die Schweden mit elf Prozent am zweithäufigsten mit Kreditkarte unter den betrachteten Ländern. Alternative Zahlungsmittel machen lediglich drei Prozent aus. Quelle: REUTERS
FrankreichFührend im bargeldlosen bezahlen ist Frankreich – nur bei jedem dritten Einkauf (34 Prozent) zahlt der Franzose noch mit echten Euros. 44 Prozent werden per EC-Karte und 21 Prozent mit alternative Zahlungsmethoden wie Kundenkarten, Schecks, PayPal, Lastschrifteinzug oder anderem bezahlt - so viel wie sonst nirgends in Europa. Nur die Kreditkarte wird mit lediglich einem Prozent geschmäht. Quelle: dpa

Bezahlen im Internet soll für Verbraucher in Europa sicherer und günstiger werden. Das EU-Parlament stimmte am Donnerstag in Straßburg für eine neue Vorschrift, die ab 2017 gelten soll. Mit den neuen Bestimmungen sollen Verbraucher mehr Auswahl bekommen, für Zahlungsdienste gelten zum Teil strengere Regeln, vor allem was die Sicherheit betrifft. Mehr Wettbewerb unter den Anbietern soll die Kosten für Zahlungsdienste senken.

Neu ist unter anderem, dass die EU-Regeln auch für Bezahldienste wie „Sofortüberweisung“ gelten werden, bei denen die Beträge direkt vom Bankkonto abgebucht werden. Sie waren bisher von der Regulierung ausgenommen. Verbraucher sollen außerdem besser bei Betrugsfällen geschützt werden - ihre maximale Beteiligung bei nicht autorisierten Zahlungen sinkt von 150 auf 50 Euro.

Die zehn wichtigsten jungen Finanzdienste aus dem Internet

Wenn Mittel für Zahlungen reserviert werden müssen, deren endgültige Höhe noch unbekannt ist - etwa bei Autovermietungen oder in Hotels - muss der Kunde einen konkreten Betrag absegnen. Das überschüssige Geld muss sofort freigegeben werden. Die zusätzlichen Gebühren, die einige E-Commerce-Anbieter für Zahlungen per Kredit- oder EC-Karte verlangen, werden der Vergangenheit angehören.

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Bisher verursache der Markt für die zersplitterten EU-Zahlungsdienste Ausgaben von 130 Milliarden Euro pro Jahr, sagte der christdemokratische italienische Berichterstatter Antonio Tajani. Diese Kosten bremsten die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Wirtschaft.

Die Gebühren für Kredit- und EC-Karten hatte die Volksvertretung bereits gedeckelt. Ab Ende 2015 gilt für Kreditkarten ein Limit von 0,3 Prozent des Zahlbetrags, für Debitkarten - die in Deutschland beliebten EC-Karten - 0,2 Prozent.

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