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Volksinitiative Schweizer lehnen Mindestlohn ab

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Modernere Luftwaffe

Reaktionen der Schweizer Wirtschaft
ABB„Kein Kommentar“, heißt es aus der Züricher Holding des Schweizer Elektronik-Konzerns ABB. Diese Zahlen machen auch jeglichen Kommentar überflüssig. Von den 7000 Beschäftigten von ABB Schweiz, sind 2800 EU-Bürger, denen bei einer Zuzugsbeschränkung das Leben als ABB-Mitarbeiter schwer gemacht werden würde. In der Zürcher Holding des Siemens-Rivalen sind von 750 Mitarbeitern 375 EU-Bürger, die auch nicht ohne weiteres ersetzt werden könnten. Der Konzern will allerdings sowieso abspecken. ABB will sich Insidern zufolge im großen Stil von Unternehmensteilen trennen, besonders vom Energietechnik-Segment, das nicht genug Gewinn abwirft. Hier arbeiten besonders viele Beschäftigte, die Nichtschweizer sind. Quelle: dpa
Clariant"Die Initiative zielt auf eine Änderung der Schweizer Bundesverfassung", erklärt der Spezialchemie-Konzern Clariant. "Es ist nun an der Politik, die Abstimmungsergebnisse so umzusetzen, dass dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmen nicht gefährdet ist. Die Umsetzung wird dann auch zeigen, welche Konsequenzen die Abstimmung für Clariant hat." Auch Clariant muss reagieren, wenn es in Zukunft um die Gewinnung von ausländischen Fachkräften geht. Das internationale Unternehmen hat seinen Sitz in der Schweiz. "Dort sind rund zwei Drittel unserer Arbeitskräfte Ausländer, die aus insgesamt 38 Nationen stammen. Welche Folgen die Abstimmung für die Rekrutierung künftiger Mitarbeiter hat, lässt sich erst sagen, wenn die Umsetzung der Initiative feststeht. Selbstverständlich halten wir uns jederzeit an die aktuelle Gesetzgebung." Auf eine neue Ausgangslage einstellen kann sich das Unternehmen also noch nicht. Quelle: REUTERS
Swisscom"Wir verzichten auf einen Kommentar zum Abstimmungsergebnis, wie wir uns generell bei politischen Abstimmungen zurückhalten. Zumal die Umsetzung der Initiative total offen ist.", sagt das Schweizer Telekommunikations-Unternehmen. Swisscom beschäftigt rund 20.000 Mitarbeiter - davon 16.000 in der Schweiz - und erzielte 2012 einen Umsatz von mehr als 11 Milliarden Franken. Quelle: REUTERS
Lufthansa SwissAuch die Lufthansa-Tochter Swiss will keine Stellungnahme abgeben: „Kein Kommentar“, heißt es aus der Unternehmenszentrale in Zürich. Bislang gebe es lediglich einen Auftrag an die Regierung, ein Zuwanderungsgesetz auf den Weg zu bringen, aber noch keinerlei Details über solche Regelungen. Bevor die nicht feststehen, will sich die Fluglinie nicht äußern. Quelle: REUTERS
Mammut„Wir bei Mammut sind auf ausländische Fachkräfte (speziell im Bereich Textil- und Schuhentwicklung) angewiesen und hoffen sehr, dass wir durch die Umsetzung dieser Initiative nicht benachteiligt werden. Über die Umsetzung wird zur Zeit sehr viel diskutiert und spekuliert. Die Schweizer Wirtschaft braucht aber auch in Zukunft ausländische Arbeitskräfte,“ sagte CEO der Schweizer Outdoor-Marke Mammut, Rolf Schmid. Quelle: dapd
Mediterranean Shipping Company"Kein Kommentar" - das sagt auch die Mediterranean Shipping Company (MSC). Die zweitgrößte Containerreederei nach Mærsk Line hat ihren Sitz in Genf. Mit ihrer Tochter MSC Crociere ist sie auch im Kreuzfahrtgeschäft aktiv. Weltweit arbeiten über 30.000 Mitarbeiter in 390 Niederlassungen in 146 Ländern für MSC. Quelle: dpa
Panalpina „Kurzfristig und bis auf weiteres sind sicher keine Veränderungen oder gar Nachteile zu erwarten. Es kommt nun darauf an, wie ein solcher Entscheid in der Praxis umgesetzt wird. Das werden die nächsten Jahre zeigen. Es darf sicherlich nicht dazu kommen, dass internationale Konzernzentralen darin beschränkt werden, Toptalente auch international zu rekrutieren.“, sagt Peter Ulber, CEO von Panalpina. Der Schweizer Transport- und Logistikdienstleister verfügt über 500 Niederlassungen in 80 Staaten und arbeitet in weiteren 80 Staaten eng mit Partnerunternehmen zusammen. Panalpina geht auf eine Rheinschifffahrtsgesellschaft von 1935 zurück, die von Hans im Obersteg bereits 1895 gegründet wurde. Quelle: Presse

Nicht so wunschgemäß hat sich der Souverän in Sachen Luftverteidigung verhalten: Zum ersten Mal versagt das Schweizer Stimmvolk seiner Armee die Anschaffung neuer Kampfjets. Mit knappen, aber eindeutigen 53,4 Prozent sagten die Schweizer Nein zur Anschaffung von 22 Kampfjets des schwedischen Typs Gripen für umgerechnet 2,6 Milliarden Euro - plus Milliarden an Folgekosten für deren Betrieb. „Das hat historische Dimensionen“, sagte ein Radiokommentator. Doch man darf daran zweifeln, dass die Schweizer, die so stolz auf ihre „beste Armee der Welt“ und ihr Armee-Gewehr im häuslichen Waffenschrank sind, sich zu Militärmuffeln entwickelt haben.
Viel mehr spricht dafür, dass das Nein zur Gripen-Beschaffung die Reaktion auf eine von Pleiten, Pech und Pannen gezeichneten Pro-Kampagne des nationalkonservativen Verteidigungsministers Ueli Maurer war. Der zeigte nach dem Votum eine gewisse Reue: Ja, er nehme das Ergebnis durchaus auch als Niederlage wahr. Sein Werben für den Gripen-Kauf ging gelegentlich furchtbar daneben. Um die Notwendigkeit einer Luftwaffen-Modernisierung zu verdeutlichen, griff er zu einem Kalauer, der sofort als frauenfeindlich gebrandmarkt wurde: „Wie viele Gebrauchtgegenstände, die 30 Jahre alt sind, haben Sie noch zu Hause?“, fragte Maurer und fuhr fort: „Bei uns sind das nicht mehr viele, außer natürlich die Frau, die den Haushalt schmeißt.“
Geradezu dramatisch erschienen Maurers Beschwörungen: Ohne den Gripen, der veraltete F5-Tiger-Jets ersetzen müsse, werde es bald so aussehen: „Wir haben keine Luftpolizei mehr, wir können keine internationalen Konferenzen mehr beschützen - wir haben kein Dach mehr über dem Kopf!“ Die Gripen-Gegner blieben cool: „Die Luftwaffe hat dann immer 32 F/A-18-Jets, die können noch Jahrzehnte fliegen.“

Deutschland



Echtes Pech war wohl, dass in der Hitze des Gripen-Abstimmungskampfes ein Entführer eine äthiopische Passagiermaschine zur Landung in der Schweiz zwang. Sie musste von französischen Kampfjets eskortiert werden: Es war noch früher Morgen, doch die Eidgenossen-Luftwaffe ist nur zu Bürozeiten im Einsatz. „Hallo Terroristen“, hieß es in ätzenden Twitter-Kommentaren. „Angriffe auf die Schweiz bitte nur an Wochentagen zwischen 08.00 und 16.00 Uhr.“

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