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Vor dem EU-Beitritt Kroatien will Euro möglichst bald übernehmen

Unmittelbar vor seinem EU-Beitritt hat Kroatien sein Interesse an der Übernahme der Gemeinschaftswährung Euro beteuert. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Land zu weiteren Reformen ermuntert.

Das sind die korruptesten Länder Europas
Eine Hand reicht einen Umschlag mit Bargeld über einen Schreibtisch. Quelle: dpa/dpaweb
Maori warrior perform during an official maori welcome to Britain's royals, Prince Charles (unseen) and his wife Camilla (unseen) Quelle: dpa
An Swedish embassy employee adjusts a Swedish Quelle: dpa
The Swiss flag is projected on the international headquarters of Nestle, Quelle: dpa
A Dutch supporter, his face painted in the colors of the national flag Quelle: AP
Das Brandenburger Tor ist in den frühen Morgenstunden am 05.12.2012 in Berlin hinter einem beleuchteten Tannenbaum zu sehen. Quelle: dpa
A woman leaves a government job center in Madrid Quelle: dapd

"Wir wollen der Euro-Zone so schnell wie möglich beitreten", sagte der kroatische Notenbankchef Boris Vujcic der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Samstag. Sein Land werde allerdings frühestens in vier bis fünf Jahren beitrittsreif sein, derzeit verfehle es die Kriterien für Inflation und Haushaltsdefizit. "Bis dahin müssen die Probleme im Euro-Raum gelöst sein, sonst bekommen wir große Probleme", erklärte Vujcic. Die Vorteile des Euro lägen für Kroatien darin, dass die Zinsen sinken und die Planungssicherheit für Investoren steigen würden. Kroatien tritt der Europäischen Union (EU) am Montag als 28. Mitglied bei. Es ist nach Slowenien, das 2004 beitrat, der zweite Balkanstaat, der in die EU aufgenommen wird. In Deutschland leben 220.000 Kroaten.

Wissenswertes über Kroatien

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Land zu weiteren Reformen ermuntert, vor allem Wirtschaft und Arbeitsmarkt müssten weiter reformiert werden. Dies gelte aber nicht nur für das neue Mitgliedsland, sondern "für uns alle", sagte Merkel. Ursprünglich hatte Merkel am Sonntag zur Feier des EU-Beitritts nach Kroatien reisen wollen. Sie sagte die Visite nach Angaben der kroatischen Regierung jedoch wegen anderweitiger Verpflichtungen ab. In Medienberichten wurde dagegen als Grund der Unmut Deutschlands darüber genannt, dass Kroatien den langgesuchten, ehemaligen Geheimdienstchef Josip Perkovic nicht an Deutschland ausliefern wolle. Er wird im Zusammenhang mit der Ermordung des Exilkroaten Stjepan Durekovic 1983 in Bayern vom Bundeskriminalamt per internationalem Haftbefehl gesucht. Ein Sprecher Merkels erklärte, dies sei nicht der Grund für die Absage.

Zuletzt waren 2007 Rumänien und Bulgarien zur EU gestoßen. Wie bei diesen beiden Staaten gab es in Deutschland auch gegen die Aufnahme Kroatiens Vorbehalte. So wurden Mängel im Justizwesen und bei der Korruptionsbekämpfung kritisiert. Im März hatte die EU-Kommission Kroatien aber bescheinigt, reif für die Aufnahme zu sein. Allerdings müsse das Land im Kampf gegen organisierte Kriminalität und Korruption noch mehr tun. Die übrigen EU-Aspiranten auf dem Balkan sind Serbien, Mazedonien, Bosnien, Montenegro, Albanien und Kosovo.

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