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Vorbild ist Syriza “Podemos”  will in Spanien den Machtwechsel

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Regierungspartei schürt Angst

“Podemos” badet sich immer selbstgefälliger im Erfolg und dazu gehört auch, gegen Deutschland Stimmung machen. Das Land habe in den vergangenen Jahren mehr an wirtschaftlicher Kraft und politischer Macht erzielt als in den beiden Weltkriegen, hört man immer wieder aus Kreisen von "Podemos". Auch von Juan Carlos Monedero, der Nummer zwei der Partei, der deutsch spricht und deutsche Philosophen verehrt. Trotzdem spricht er gerne vom  “Vierten Reich”. Der Wirtschaftswissenschaftler und Politologe ist auch verantwortlich für einen Teil des umstrittenen Wirtschaftsprogramm der Partei. Beeinflusst wurde es in den Anfängen von der Nähe der Partei zum verstorbenen venezulanischen Präsidenten Hugo Chávez, den Monedero fünf Jahre beraten hat. Inzwischen hat man jedoch erkannt, dass man damit bei den Spaniern nicht punkten kann.

Neun Klischees über die EU – und die Wahrheit dahinter

Die Regierungspartei PP versucht derweil die Angst gegen “Podemos” zu schüren und dämonisiert seine Anführer, immer wieder fällt auch aus anderen Ecken der Gesellschaft das Wort “Demagogie”, auch den Vergleich des Erfolges Pablo Iglesias mit dem von Hitler erlauben sich einige. Gerne verweist die spanische Rechte auch immer wieder auf das Chaos der Republikaner, Kommunisten und Anarchisten, die in Spanien vor dem Bürgerkrieg das politische Leben bestimmten.

Es ist Zeit mehr miteinander zu reden

Aber Angst müssen die Spanier nicht haben, wenn “Podemos” bei den kommenden Parlamentswahlen an die Macht kommen sollte. In deutschen diplomatischen Kreisen in Madrid glaubt man, dass sie wie Syriza, einmal an der Macht, viele Ansichten relativieren und weniger populistisch agieren als es die Volksparteien PP und PSOE aus eigener Überlebensangst propagieren. Dennoch: Angela Merkel, ihr propagierter Sparkurs in Europa und ihr selbstbewusstes Auftreten innerhalb der EU dürften bei einer vereinten Kraft von Syriza und “Podemos”, dessen Parteispitzen sich sehr gut verstehen, nicht mehr zu halten sein.

Europa



Für den halbdeutschen Jugendlichen Bernat wäre das nur positiv: “Es ist nie gut, wenn ein Land so stark ist und es den anderen schlecht geht. Ich will, dass es allen in Europa gut geht.” Pablo Bustinduy, einer der Führungspersonen von “Podemos” glaubt, dass deswegen mehr debattiert werden muss innerhalb der EU: “Es ist Zeit, dass wir in Europa wieder miteinander reden und nicht nur Befehle von einem Land  entgegen nehmen.”

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