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Vorurteile Die Wahrheit über Polen

Bundespräsident Joachim Gauck lobte bei seinem Treffen mit dem polnischen Präsidenten Bronislaw Komoroski und dem italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano ausdrücklich den Fleiß des östlichen Nachbarvolkes. Auch sonst gilt es einige Vorurteile über die Polen geradezurücken.

"Polen sind fleißiger als Deutsche", sagte Gauck und sorgte mit dieser Aussage für einiges Aufsehen. Statistisch gesehen hat er Recht: Polen arbeiten im Durchschnitt mehr als Deutsche. Die OECD spricht von 1.939 Jahresstunden in Polen und 1.419 Arbeitsstunden pro Jahr in Deutschland. Quelle: dpa
Von einer „polnischen Wirtschaft“ sprachen viele Deutsche früher, wenn sie einen schlecht geführten, unordentlichen Betrieb bezeichneten. Auch wenn man Unordnung schwer quantifizieren kann, so sprechen zumindest die Wachstumserfolge der gegenwärtigen polnischen Volkswirtschaft dafür, dass sie nicht so vollkommen chaotisch sein dürfte. Das Bild zeigt den früheren Präsidenten Lech Walesa an seiner ursprünglichen Wirkungsstätte, der Danziger Werft. Quelle: dpa
Polen ist besonders korrupt, lautet ein anderes Vorurteil. Tatsächlich liegt Polen nach dem Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International in Europa im Mittelfeld. Neun andere EU-Staaten sind korrupter als Polen – allen voran: Griechenland. Quelle: dpa
Für ihren unverrückbaren Katholizismus sind die Polen bekannt. Ein reines Vorurteil war – und ist – das sicher nicht. Der verstorbene Papst Johannes Paul II. – bürgerlich Karol Wojtyla – wird auch postum noch verehrt. Im Vergleich zu anderen europäischen Nationen sind die Polen sehr katholisch (etwa 90 Prozent) – allerdings mit ebenso abnehmender Tendenz wie in anderen westlichen Ländern. Die Zahl der Kirchgänger ist seit 1989 um ein Drittel geschrumpft. Quelle: dpa
Ebenso legendär wie ihr Katholizismus ist die Vaterlandsliebe der Polen. Auch die Aufteilung des alten polnischen Königreichs unter Preußen, Österreich und Russland und die Nichtexistenz eines unabhängigen Staates während fast des gesamten 19. Jahrhunderts änderte nichts am Nationalstolz. Gegen russische und deutsche Besatzer lehnten sich die Polen immer wieder auf, stets wurden sie geschlagen. Besonders brutal schlug im September 1944 die deutsche Besatzungsmacht einen Aufstand in Warschau nieder. Bundeskanzler Gerhard Schröder verneigte sich vor einer Gedenkglocke bei den Gedenkfeiern zum 60. Jahrestag des Warschauer Aufstandes am 1. August 2004. Quelle: AP
Wenn es um Galanterie geht, stehen die Polen traditionell ganz vorne. Einige Polen behaupten, dass der angedeutete Handkuss, mit dem ein Mann eine Dame begrüßt, von polnischen Adligen nach Frankreich exportiert wurde. Quelle: gms
Heilig ist in Polen nicht nur die Kirche und das Vaterland, sondern auch die Gastfreundschaft. In polnischen Familien wird an Weihnachten ein zusätzliches Gedeck aufgetragen, das nicht nur an verstorbene Verwandte erinnern soll, sondern auch einem unangemeldeten Gast zur Verfügung steht. Quelle: dpa
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